Fußball
DFB sperrt Ziller für fünf Monate

Das Sportgericht des deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat Schiedsrichter-Betreuer Wieland Ziller bis zum 31. Oktober 2005 gesperrt. Das Urteil bedeutet zudem die endgültige Rehabilitierung für Schiedsrichter Jürgen Jansen.

Im Zuge der Aufarbeitung des Wett- und Manipulationsskandals im deutschen Fußball hat das Sportgericht des deutschen Fußball-Bundes (DFB) den Dresdner Schiedsrichter-Betreuer Wieland Ziller bis zum 31. Oktober aus dem Verkehr gezogen. Die fünfmonatige Sperre des ehemaligen Fifa-Unparteiischen bedeutet gleichzeitig die endgültige Rehabilitierung für den Essener Bundesliga-Schiedsrichter Jürgen Jansen.

Das Gericht ahndete damit das "unsportliche Verhalten" Zillers. Das Urteil im schriftlichen Verfahren begründete der DFB-Sportgerichts-Vorsitzende Rainer Koch (Poing) damit, dass Ziller nach Aktenlage "Betrug am Betrüger" vorzuwerfen ist.

Ziller soll 25 000 Euro behalten haben

"Eine sportstrafrechtliche Vorwerfbarkeit ergibt sich daraus, dass Ziller unter Missbrauch seiner Stellung als Schiedsrichter-Betreuer Geld angenommen und damit das Versprechen verknüpft hat, es zum Zwecke einer Spielmanipulation durch einen Schiedsrichter weiter zu reichen", erklärte Koch.

Ziller hatte am 27. November 2004 eine Summe von mindestens 25 000 Euro vom Hauptschuldigten Ante S. erhalten und den Eindruck erweckt, einen Großteil dieses Betrags an den vermeintlich manipulationsbereiten Jansen weiterzuleiten. Tatsächlich behielt Ziller jedoch das gesamte Geld für sich und nahm keinen Kontakt zu Jansen auf.

Die Übergabe des Geldkuverts war mit der Aufforderung von Ante S. verbunden, Ziller solle bezüglich der Bundesliga-Partie zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und dem SC Freiburg mal sehen, "ob sich etwas machen lässt". Das Geld hat Ante S. offenbar nie zurückgefordert, obwohl er in seiner Aussage gegenüber der Staatsanwaltschaft einräumte, dass Jansen nach seinem Eindruck in der Partie kaum eingreifen musste. Kaiserslautern gewann im Sinne des Kroaten 3:0.

Selbstanzeige durch Ziller

Ziller hatte den DFB erst am 13. Juni 2005 über den Anwerbeversuch informiert. Durch diese "Selbstanzeige" und das jetzige Sportgerichtsurteil ist der zwischenzeitlich unter Verdacht geratene Jansen endgültig rehabilitiert. Der 44-Jährige will in den kommenden Wochen den Schiedsrichter-Fitnesstest absolvieren und soll dann nach den Plänen des DFB über Einsätze in der Regionalliga wieder an Profi-Partien herangeführt werden.

Dagegen ist es Ziller untersagt, bis zum Ablauf der Sperre seine bisherige Tätigkeit als Schiedsrichter-Betreuer beim Zweitligisten Dynamo Dresden wieder aufzunehmen oder ein Amt im DFB, seinen Mitgliedsverbänden und deren Vereinen auszuüben. "Der Beschuldigte hat dem Ansehen der Schiedsrichter großen Schaden zugefügt und den Fußballsport in Deutschland tief getroffen", kommentierte der Kontrollausschuss-Vorsitzende Horst Hilpert (Bexbach) das Urteil gegen Ziller.

Die Staatsanwaltschaft Berlin hat im Zusammenhang mit dem Wett- und Manipulationsskandal Anklage gegen Hoyzer, dessen früheren Kollegen Dominik Marks, Ex-Profi Steffen Karl und die S.-Brüder Ante, Filip und Milan erhoben.

© SID

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