DFB-Sportdirektor
Flick hört auf, Hrubesch springt in die Bresche

Hansi Flick hat seinen Posten als Sportdirektor beim Deutschen Fußball-Bund überraschend aufgegeben. Vorläufig übernimmt Horst Hrubesch die Aufgaben – dabei ist der eigentlich schon in Rente.
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FrankfurtMitten im Florida-Urlaub erreichte Joachim Löw die Nachricht vom überraschenden Rücktritt von Hansi Flick. Bei den finalen Vorbereitungen auf die WM-Titelverteidigung muss der Bundestrainer nun plötzlich ohne einen seiner wichtigsten Mitarbeiter und engsten Vertrauten auskommen. Der DFB sucht 17 Monate vor der Fußball-WM in Russland notgedrungen wieder einmal einen neuen Sportdirektor und behilft sich auf unbestimmte Zeit mit Horst Hrubesch als naheliegende Interimslösung.

„Mit seiner fachlichen Kompetenz und seiner menschlichen Qualität ist er im Verband und in der Liga gleichermaßen anerkannt. Wir lassen ihn nur schweren Herzens gehen, aber wir respektieren seinen persönlichen Wunsch“, kommentierte DFB-Chef Reinhard Grindel die unerwartete Personalie. Flicks Rücktritt erwischt den DFB mitten in den konkreten Planungen für das wichtige Übergangsjahr Richtung Russland 2018 mit dem Confederations Cup als Testlauf in diesem Sommer.

Die Aufgaben des einstigen Löw-Assistenten im Nachwuchsbereich und an der Schnittstelle zur A-Nationalmannschaft übernimmt Hrubesch, der fünf Monate nach Olympia-Silber in Rio unerwartet schnell wieder ein maßgebliches DFB-Amt bekommt. „Eine wichtige Aufgabe in den kommenden Monaten wird für uns alle sein, gemeinsam gute Voraussetzungen für die anstehende U 21-EM und den Confed-Cup zu schaffen“, sagte Hrubesch.

Einen Schnellschuss wird es in der dauerhaften Flick-Nachfolge nicht geben - Hrubesch soll das Amt über den Sommer hinaus ausüben, mindestens aber bis September. „Wir werden jetzt in Ruhe das Profil erstellen und dann in enger Abstimmung mit der Liga den Nachfolger suchen, der voraussichtlich zum Außerordentlichen Bundestag feststehen wird“, sagte DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius. „Er genießt eine hohe Reputation und kennt den Trainer- und U-Bereich besser als jeder andere im DFB“, sagte Curtius über Hrubesch.

Flick geht aus persönlichen Gründen, Differenzen mit dem Verband oder eine andere Herausforderung gibt es für den Löw-Zuarbeiter nach dessen Aussage nicht. „Es gibt aktuell weder andere sportliche Ambitionen noch gibt oder gab es irgendwelche Probleme, der einzige Grund ist der persönliche Wunsch, mich in der nächsten Zeit mehr auf meine Familie konzentrieren zu können“, sagte der 51-Jährige. „Wenn ich eine Aufgabe angehe, dann mit absoluter Energie und hohem Einsatz. Das galt für die WM 2014 genauso wie für das Amt des Sportdirektors, in dem ich viel gestalten konnte“, sagte Flick.

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