DFB-Sportgericht
Urteil über Skandalspiel auf Montag vertagt

Die Verkündung des Sportgerichtsurteils über den Einspruch von Hertha BSC gegen die Wertung des skandalbehafteten Relegationsrückspiels bei Fortuna Düsseldorf ist auf Montag um 15 Uhr vertagt worden.
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FrankfurtDie Entscheidung über den Einspruch von Hertha BSC gegen die Wertung des Relegations-Rückspiels bei Fortuna Düsseldorf fällt erst am Montag. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes vertagte sich am Freitag in Frankfurt nach mehr als sechsstündiger Beweisaufnahme.

Die Verhandlung soll am Montag fortgesetzt werden. Dann soll um 15 Uhr das Urteil verkündet werden. Hertha hatte nach der 2:2 ausgegangenen Partie in Düsseldorf Protest eingelegt.

Bei der Verhandlung am Freitag sorgten vor allem die Aussagen von Schiedsrichter Wolfgang Stark für Aufsehen. Stark hat im Fußball schon viel erlebt - aber was ihm nach dem Skandalspiel von Düsseldorf widerfahren sein soll, klingt ungeheuerlich. Vor dem DFB-Sportgericht sagte Stark als Hauptzeuge, er sei nach dem Abpfiff von Berliner Spielern angegriffen und am Kopf verletzt worden.

„Der Spieler Kobiaschwili hat mit ausgestrecktem Arm, mit der Faust in meine Richtung geschlagen. Ich duckte mich kurz ab und wurde am Hinterkopf getroffen“, sagte der Unparteiische aus Ergolding am Freitag bei der Verhandlung in Frankfurt/Main. Er habe ein Hämatom am Hinterkopf erlitten - und damit noch Glück gehabt.

Denn Stark stand nach eigenen Angaben bei dem Schlag ganz oben auf der Treppe zu den Katakomben des Düsseldorfer Stadions. Er stürzte nur deswegen nicht die fünf bis sechs Meter in die Tiefe, weil er sich am Geländer festhalten konnte. „Man kann sich ja ausrechnen, was sonst passiert wäre“, sagte der Referee.

Stark sitzt im schwarzen Anzug vor dem Sportgericht und Dutzenden Journalisten. Direkt neben ihm die Hertha-Verantwortlichen. Es sind verstörende Erinnerungen, von denen er erzählt, aber der Unparteiische spricht mit fester Stimme.

Unten an der Treppe sei die „Hetzjagd“ weitergegangen. Hertha-Profi Christian Lell habe ihn am Arm gepackt. Stark selbst sei als „Du feige Sau!“ und „Du feiges Schwein!“ beleidigt worden. Und die Spieler ließen offenbar nicht locker. Vier bis fünf Berliner Profis versuchten angeblich, die Schiedsrichter-Kabine zu stürmen.

Stark und seine Assistenten versuchten, die Tür zuzuhalten. Draußen will Stark unter anderem Hertha-Kapitän Andre Mijatovic und Torhüter Thomas Kraft gesehen haben. „Stark, du Arschloch“, habe der Keeper gebrüllt. Mijatovic soll den Referee „Wichser“ genannt haben.

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  • Michael Preetz - Master of Desaster . . .
    Herta BSC beweist ein weiteres Mal, dass der Verein weder sportlich noch menschlich bundesligatauglich ist. Anstatt Fortuna Düsseldorf zum verdienten Aufstieg zu gratulieren versucht man nun am grünen Tisch nachzuholen, was man eine ganze Saison lang versäumt hat: Spiele zu gewinnen und Punkte zu sammeln. Der Verein hat mit seinen Spielern und den Fans nichts in der Ersten Bundesliga zu suchen.
    Das fortgesetzte Fiasko hat einen Namen: Michael Preetz, der den Verein zielstrebig in den Abgrund führt. Das Präsidium sollte schnellstmöglich einen Schlussstrich unter das Versagen seines 'Sportdirektors' ziehen. Die Entwicklung der Verhandlungen mit Ralf Rangnick belegen ein weiteres Mal, dass dieser Mann ein Hanswurst und kein ehrbarer Geschäftsmann ist. Sein Wort ist absolut wertlos. Das desolate Erscheinungsbild erfordert einen kompletten Neuanfang, um den Hauptstadtclub sportlich und menschlich wieder an das Niveau der 1. Liga heranzuführen. Ralf Rangnick wäre dafür der ideale Mann gewesen . . . wäre gewesen, wenn Preetz nicht gewesen wäre.

  • Todesangst der Berliner Spieler?
    Vor den eigenen"Fans" vielleicht. nach dem 2:1 flogen aus der Hertha-Block die Böller und Stangen auf das Spielfeld!
    Nach dem 2:1 kam aus dem Hertha-Block das hämische Gegröle:"Absteiger! Absteiger!"
    Da war "agressive" Stimmung.

  • Wer dieses Verhalten ggü Schiedsrichtern an den Tag legt, gehört auch nicht in die Kreisklasse - der gehört weggesperrt. Mit der Einlassung hat Herr Preetz vermutlich der Hertha den nächsten Bärendienst erwiesen. Hoffentlich geht der Schuss nach hinten los.

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