DFB-Team gegen USA an WM-Börse klarer Favorit
Wenn Glaube Berge versetzen könnte

... dann stände es um die WM-Chancen der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gar nicht schlecht. Diesen Eindruck vermittelt zumindest der Blick auf die Aktienkurse an der WM-Börse zum heutigen Testländerspiel gegen die USA.

DÜSSELDORF. Dort ist das Team von Bundestrainer Jürgen Klinsmann nämlich haushoher Favorit. Die Aktie "Deutschland gewinnt" notierte heute Mittag mit 7,28 WMark wenige Stunden vor dem Anpfiff der Partie im Signal-Iduna-Park zu Dortmund (20.30 Uhr) mehr als sechsmal höher als die der Amerikaner, die lediglich 1,18 WMark kostete. Auch das "Unentschieden"-Papier war lediglich 1,62 WMark wert. Zur Erinnerung: Auf diesem Markt werden im Anschluss an das Spiel nur für die Aktien jeweils 10 WMark ausgeschüttet, die das Ergebnis richtig beschreiben. Die Chance auf satte Gewinne für das Depot lockte in der letzten Woche vor dem Spiel noch einmal mächtig Kapital in den "Zockermarkt": Die Zahl der gehandelten Aktien stieg binnen Wochenfrist von 3 859 206 Millionen um 26,68 Prozent auf 4 888 809.

Die WM-Börse ist ein virtueller Aktienmarkt, an dem Mitspieler die Titelchancen aller 32 WM-Teilnehmer sowie die Erfolgsaussichten des DFB-Teams in einzelnen Testspielen handeln können. Die Teilnehmer, deren Zahl mittlerweile bei rund 2000 liegt, können attraktive Preise im Gesamtwert von 9 000 Euro gewinnen.

Dass der Glaube der Fußball-Fans an die Wiederauferstehung der "Versager von Florenz" gegen die USA so groß ist, mutet doch ein wenig erstaunlich an. Nicht nur, dass die Leistungen der deutschen Auswahl zuletzt mehr als dürftig waren und auch die Vereinsteams sich in internationalen Vergleichen nicht gerade mit Ruhm bekleckert haben. Auch die aktuelle Fifa-Weltrangliste spricht eine ganz andere Sprache, was die Favoritenrolle angeht: Dort ist die deutsche Mannschaft nämlich zuletzt auch noch aus den Top20 heraus auf Rang 22 abgerutscht, während die US-Boys hinter Brasilien, Tschechien, den Niederlanden und Argentinien auf Rang fünf geklettert sind.



WM-BÖRSE



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Doch die WM-Börsianer scheinen dieser Tabelle ebenso wenig Wert beizumessen, wie einer der Stars im US-Team, der in Deutschland alles andere als ein Unbekannter ist: Torwart Kasey Keller. Für den 36-Jährigen, der in Diensten von Borussia Mönchengladbach steht, stellt sie eine Momentaufnahme ohne allzu großen Aussagewert dar. "Dieses System hat seine Tücken, auch wenn wir das natürlich ganz gerne sehen ", hält der Gladbacher den Ball flach. "Es müsste schon zeitnah jeder gegen jeden spielen, damit das eine wirkliche Aussagekraft hätte. Zudem hat Deutschland das Problem, das Freundschaftsspiele nun mal anders bewertet werden, als Pflicht- sprich Qualifikationsspiele. Die USA hatten 18 Qualifikationsspiele, sechs mehr als die europäischen Teams, und konnten mehr Punkte als etwa Italien oder Portugal sammeln."

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