DFB-Team
Löws Next Generation

Jugend forsch, Debütantenball, Verjüngungskur. Solche Einordnungen der Personalpolitik von Joachim Löw vor dem letzten Länderspiel der Fußball-Nationalmannschaft gegen Schweden lassen nach Meinung des Bundestrainers eines außer Acht: Dass mit Mario Götze und Co. eine „neue, andere Generation“ von Spielern in die Elite des DFB drängt.
  • 0

HB GÖTEBORG. Mit Blick auf die Europameisterschaft 2012 will er auch im kommenden Jahr der Abteilung „Jugend forsch“ um Supertalent Mario Götze weitere Chancen geben und damit auf die etablierten Stammkräfte wie beispielsweise Lukas Podolski Druck ausüben. Das erste Länderspiel des kommenden Jahres am 9. Februar gegen den viermaligen Weltmeister Italien in Dortmund wird bereits aufzeigen, wohin der Weg der jungen Shootingstars in der Nationalmannschaft geht.

Die Zwischenetappe ist klar: „Unser Ziel ist, im nächsten Jahr die EM-Qualifikation frühzeitig klar zu machen“, verkündete der Bundestrainer in Göteborg vor den letzten 90 Spielminuten der deutschen Fußball-Nationalmannschaft im WM-Jahr am Mittwochabend gegen Schweden. Mit welchem Personal er dorthin will, dürfte nach der Weltmeisterschaft in Südafrika ohnehin klar sein.

Wie schnelllebig und sprunghaft das Fußball-Geschäft geworden ist, dokumentiert 2010 krass. Beim Auftaktspiel gegen Argentinien (0:1) führte noch Ballack das DFB-Team als Kapitän an. René Adler wurde vor dem Spiel zur Nummer 1 für die WM ausgerufen - und Argentinien-Coach Diego Maradona hielt den Münchner Länderspiel-Debütanten Müller für einen Balljungen. Was folgte? Ballack und Adler verpassten aus Verletzungsgründen die WM, während Müller in Südafrika zum umjubelten Torschützenkönig des WM-Dritten aufstieg.

Löw machte aus der Not eine Tugend, sein Wagnis mit dem zweitjüngsten deutschen WM-Kader wurde belohnt. Die WM als Initialzündung. Die Bundesliga zieht längst mit beim Jugendkurs. „Junge Spieler bekommen in ihren Vereinen die Möglichkeit, regelmäßig zu spielen. Das hat sich ein Wandel in den Vereinen vollzogen“, stellte Löw zum Jahresende erfreut fest. „Erfahrung spielt eine untergeordnete Rolle. Es ist eine Frage der fußballerischen Fähigkeiten“, lautet Löws Philosophie. Nach Schweden nahm er die Dortmunder Mario Götze (18), Marcel Schmelzer (22), Mats Hummels (21) und Kevin Großkreutz (22) sowie die Mainzer Lewis Holtby (20) und André Schürrle (20) mit, alles Kandidaten für die EM 2012.

„Mittlerweile kann ein 19-Jähriger Druck auf einen 23-Jährigen machen. Das ist die beste Situation für einen Trainer. Die jungen Spieler haben mich zuletzt sehr beeindruckt, sie sind sehr entwicklungsfähig. Ob sie den Ansprüchen genügen und bei der Nationalmannschaft eine tragende Rolle spielen werden, ist allerdings erst in einigen Monaten, vielleicht auch Jahren zu beantworten“, sagte Löw, der den erst 18 Jahre alten Dortmunder Götze aber bereits als eines der „größten Talente, das wir im deutschen Fußball in den letzten Jahren hatten“, bezeichnete.

Seite 1:

Löws Next Generation

Seite 2:

Kommentare zu " DFB-Team: Löws Next Generation"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%