DFB will kein Risiko gegen Australien
„Sind nicht auf WM-Niveau“

Der tragische Flugzeugabsturz in Frankreich drückt auch bei den Weltmeistern auf die Stimmung. Der Test gegen Australien gerät zur Nebensache. Indes zeichnet Bundestrainer Joachim Löw einen schonungslosen Ist-Zustand.
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FrankfurtDie oberste Devise von Joachim Löw ist klar: Kein Risiko gegen Australien! Der Bundestrainer wünscht sich zwar einen erfolgreichen Probelauf gegen den Asienmeister auf dem Betzenberg, „oberste Priorität“ genießt für ihn aber die folgende Pflichtaufgabe des Weltmeisters in der EM-Qualifikation.

Die Vorbereitung stand am Dienstag in Frankfurt aber auch bei der Nationalmannschaft unter dem Eindruck des fürchterlichen Flugzeugunglücks in Frankreich mit vielen deutschen Opfern. „Es macht mich traurig und wahnsinnig betroffen“, kommentierte Löw.

An der sportlichen Devise beim Jahresauftakt des Weltmeisters gegen den Asienmeister am Mittwoch (20.30 Uhr/ZDF) in Kaiserslautern soll trotzdem festgehalten werden. „Wir müssen uns gegen Australien das Feuer für Georgien holen“, sagte Löw.

Die Zuschauer wollten natürlich „gute Spiele und Ergebnisse sehen“. Viel entscheidender seien aber aus sportlicher Sicht drei Punkte am kommenden Sonntag in Tiflis, mahnte Löw: „Sonst geraten wir in der EM-Qualifikation noch viel mehr unter Zugzwang.“ Entsprechend wird der 55-Jährige seine 23 Akteure auf die zwei Partien verteilen und die Kräfte wohlüberlegt dosieren.

„Ich möchte gewährleisten, dass alle Spieler am Sonntag in Georgien körperlich und geistig in einem guten Zustand sind“, betonte Löw. Nach der Teamsitzung am Vormittag erfuhren Trainer und Spieler vom Flugzeugabsturz in Frankreich.

„Es gibt einem persönlich ein ganz schlechtes Gefühl, weil es keine Chance gibt, dass Menschen überleben“, sagte Löw sichtlich getroffen von der Tragödie, die auch den Fußball-Abend in Kaiserslautern überschatten dürfte.

Die Stimmung wird gedrückt sein, wenn sich der Weltmeister nach vier Monaten Winterpause gegen die aufstrebenden Australier mit dem Deutschland-Profi Mathew Leckie (FC Ingolstadt), aber ohne den noch nicht fitten Torwart Mitchell Langerak (Borussia Dortmund) erstmals wieder vor eigenem Publikum präsentiert. Entgegen der üblichen Praxis gab Löw schon vor dem Abschlusstraining am Dienstagabend einige personelle Fingerzeige für das Warm-up im bislang nicht ausverkauften Fritz-Walter-Stadion.

Der leicht angeschlagene Torhüter Manuel Neuer wird wegen einer Schleimbeutelentzündung im Knie pausieren, verkündete Löw. „Wir wollen nichts riskieren“, sagte Löw. Für einen Einsatz von Neuer in Tiflis gegen Georgien bestehe keine Problematik, „wenn man jetzt vorsichtig vorgeht“. Das Tor darf auf dem Betzenberg nun wohl der Ex-Lauterer Roman Weidenfeller hüten, nachdem beim 1:0 zum Jahresausklang 2014 in Spanien Ron-Robert Zieler ran durfte.

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