DFL beschließt Ticket-Zweitmarkt
Das Ende der Fan-Abzocke

Zweitmarkt statt Schwarzmarkt: Nach Fanprotesten wegen massiver Preisaufschläge einigen sich die Profiklubs auf ein zentrales Portal zum Ticket-Weiterverkauf. Damit sagen sie kommerziellen Anbietern den Kampf an.
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DüsseldorfSie haben gewettert und geschimpft, sie sind vor Gericht gezogen, haben eigene Börsen aufgebaut, und einige haben sogar mit dem Konkurrenten im Halbschatten der Legalität zusammengearbeitet. Doch jetzt wollen die deutschen Fußballklubs den Sumpf des Schwarz- und halblegalen Graumarktes beim Ticketweiterverkauf trockenlegen.

Legalisieren und gemeinsam organisieren lauten die Heilmittel. Die Mitglieder der Deutschen Fußballliga (DFL) haben am Montag beschlossen, gemeinsam einen Zweitmarkt aufzubauen. Das teilte die DFL im Anschluss an ihre Mitgliederversammlung mit, in der bereits das Aus für die Torlinientechnik in Deutschland beschlossen wurde. Legaler Weiterverkauf statt kleinteiligem, intransparenten Handel unter der Hand.

Schon ab Herbst richten die 36 Klubs der beiden höchsten Ligen in zwei Stufen die zentrale Zweitmarkt-Ticketbörse ein. Die Klubs einigten sich am Montag darauf, die DFL mit der Ausschreibung dieses offiziellen Ticket-Zweitmarkts zu beauftragen.

Im Gegensatz zum Streitthema Torlinientechnik herrschte beim Kampf gegen den Ticket-Schwarzmarkt große Einigkeit. Zunächst sollen „bestehende Klub-Angebote von dem offiziellen Ticket-Zweitmarkt aus verlinkt werden“, teilte die DFL mit. „Danach ist eine zusätzliche technische Lösung für interessierte Klubs geplant, die bis dato über kein eigenes Angebot verfügen."

Karten sollen künftig nur zum Nennwert weitergegeben werden dürfen – die Bearbeitungsgebühr soll 15 Prozent des Preises nicht überschreiten. Doch diese Regelung birgt auch Gefahren. „Diese Kappung des möglichen Verkaufspreises als wesentlicher Bestandteil der DFL-Fairplay-Regeln ist aus unserer Sicht unabdingbar und absolut richtig“, sagt Felix Holzhäuser, Associate Partner bei der auf Sportrecht spezialisierten Kanzlei Lentze Stopper Rechtsanwälte gegenüber Handelsblatt Online.

Allerdings berge diese Kappung des Verkaufspreises auch das Risiko, „dass sogenannte Fans, die mit ihrem Ticket-Weiterverkauf lediglich den maximalen Gewinn erzielen wollen, nach wie vor auf nicht autorisierte Plattformen ausweichen. Es ist daher ebenso unabdingbar, den von einigen Klubs bereits eingeschlagenen Weg fortzuführen, das heißt parallel zur Schaffung eines legalen Zweitmarkts auch weiter konsequent gegen den illegalen Ticket-Zweitmarkt vorzugehen“, sagt Holzhäuser dessen Spezialgebiet das Ticketing ist. Bereits in der kommenden Saison soll es für die Ticketbörse eine erste Testphase geben.

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