DFL kommt mit der Auslandsvermarktung schnell voran
Eurosport kauft Bundesliga-Rechte für Osteuropa und Skandinavien

Die Tochter des französischen Fernsehkonzerns TF 1 zahlt den Profiklubs für drei Spielzeiten 35 Mio. Euro. Die Freude ist groß bei Europas größtem Sportkanal. Für Leo Kirch ist der Deal eine bittere Pille.

DÜSSELDORF. Der europäische Sportkanal Eurosport hat zum ersten Mal in seiner Geschichte die Live-Rechte für die Bundesliga für 22 Länder in Skandinavien und Osteuropa erworben. Der mit der Deutschen Fußball Liga (DFL) geschlossene Vertrag läuft nach Unternehmensangaben über drei Jahre ab der Saison 2009/10. Der Preis für die 1. und 2. Bundesliga soll laut Brancheninsidern für die drei Spielzeiten 35 Mio. Euro betragen. Offiziell wollte sich niemand zu den Rechtekosten äußern.

Die Freude bei Europas größtem Sportkanal ist groß. Eurosport-Präsident Laurent-Eric Le Lay sagte gestern: "Dieser Vertrag ist ein wichtiger Schritt in der weiteren Entwicklung der Eurosport Gruppe und wird wesentlich zum Wachstum von Eurosport 2 in Europa beitragen." Der von Eurosport-Manager Jacques Raynaud mit DFL-Manager Robert Niemann ausgehandelte Vertrag soll dazu dienen, die Reichweite der Fernsehtochter des französischen TV-Konzerns TF 1 in den Wachstumsmärkten in Osteuropa auszubauen. Der Zweitsender Eurosport 2 wird ab der nächsten Spielzeit bis zu vier Bundesligapartien live ausstrahlen. Auf dem Stammsender Eurosport wird eine Auswahl von bis zu zehn Live-Spielen pro Spielzeit in Skandinavien zu sehen sein.

Mit dem Vertrag kommt die DFL bei der Verwertung der Auslandsrechte schneller als erwartet voran. "Dieser Vertrag unterstreicht unsere Strategie, direkt mit TV Sendern zu verhandeln und unsere Rechte mit starken Partnern in wichtigen Märkten auszuschöpfen", sagte Niemann gestern. In der vergangenen Woche hatte die vom früheren Sony-Manager Niemann geführte DFL-Tochter Sports Enterprises die Bundesliga-Rechte für insgesamt 22 Länder an die Agenturen Sportfive und Sportsman Media Group. Sportfive ist eine Tochter des französischen Konzerns Lagardère. Der Preis soll nach Angaben aus Verhandlungskreisen rund 30 Mio.. Euro betragen haben.

Eurosport hat an dem Vertrag mit der DFL seit Monaten gearbeitet. Eurosport-Vizepräsident Jacques Raynaud führte bereits im Sommer mit DFL-Chef Christian Seifert entsprechende Gespräche. Beide Manager kennen sich seit Jahren.

Die Einnahmen durch die Verträge mit Eurosport, Sportfive und Sportsman übersteigen die Erwartungen. Bisher wurden die Fernsehbilder der Fußball-Bundesliga exklusiv vom österreichischen Internetsportwettenanbieter Bwin vermarktet. Bwin zahlte der Liga dafür pro Saison nur 18,3 Mio. Euro . Die DFL will nach eigenen Angaben durch die Eigenvermarktung künftig 35 Mio. Euro pro Spielzeit einnehmen.

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