DFL will Investoren Einstieg erleichtern
Abramowitsch & Co. sind willkommen

Der kommissarische Ligaverbands-Präsident Wolfgang Holzhäuser will ausländischen Investoren den Einstieg bei den Fußball-Bundesligisten erleichtern, gleichzeitig aber die Integrität des Wettbewerbs wahren.

sid/ako LEVERKUSEN. „Es geht nicht einfach darum, die „50+1'-Regel zu kippen, die laut DFL-Satuten besagt, dass ein Verein immer 50 Prozent plus eine Aktie halten muss. In erster Linie geht es darum, dass keine Wettbewerbsverzerrung entsteht, wenn Fremdkapital in die Bundesliga fließt. Das heißt, dass ein Investor nicht bei einem Verein 30 Prozent, beim nächsten 20 Prozent und bei einem weiteren fünf Prozent des Anteils halten kann“, sagte Holzhäuser.

Mit Blick auf die englische Premier League sieht ein Großteil der Bundesligisten die Aufhebung der „50+1“-Regel allerdings problematisch. Der russische Öl-Milliardär Roman Abramowitsch hatte es beim FC Chelsea vergleichsweise leicht, die Macht an sich zu reißen. Andere Investoren bei englischen Traditionsklubs taten sich wesentlich schwerer. Die Übernahme von Manchester United durch US-Milliardär Malcolm Glazer hatte sogar zu massiven Protesten der ManU-Fans geführt.

„Ich halte die Klausel nach wie vor für sinnvoll, da die internationale Wettbewerbsfähigkeit nicht so wichtig ist wie die Glaubwürdigkeit des Fußballs. Traditionsvereine haben eine längere Verweildauer als Duodezfürsten aus Russland (Inhaber von Macht oder Einfluss auf räumlich oder gegenständlich beschränktem Gebiet, d. Red.)“, sagte Frankfurts Vorstandschef Heribert Bruchhagen dem Wirtschaftsmagazin Sponsors. Nur einige wenige Erst- und Zweitligisten halten die Aufhebung der Regel derzeit für angebracht. „Wenn die Nachfrage da ist, und die würde dann entstehen, wenn das Problem gelöst ist, das im Moment die Nachfrage behindert, würden wir mehr als 50 Prozent verkaufen wollen“, sagte Hannovers Präsident Martin Kind, der den Wert der Niedersachsen auf 50 Millionen Euro taxiert, der „Sport Bild“.

Und Bayern-Präsident Franz Beckenbauer antwortete auf die – theoretische – Frage nach einem Abramowitsch-Einstieg: „Mir ist es lieber, die Millionäre tragen ihr Geld zum Fußball hin als anderswo. Wenn so einer zum FC Bayern käme, würde ich ihn nicht wegschicken“.

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