Fußball
DFL will Milliardenmarkt Asien weiter erschließen

Die DFL Deutsche Fußball Liga Gmbh will in Zukunft noch näher an den lukrativen Markt in Asien heranrücken. Das Länderspiel der DFB-Elf gegen China in Hamburg soll diese Entwicklung vorantreiben.

Der Fußball in Deutschland will seine Vermarktung in der Welt noch weiter vorantreiben. Besonders der asiatische Markt steht dabei im Fokus. "Wir müssen noch aktiver werden", fordert Manager Uli Hoeneß von Branchenführer Bayern München. Das Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft am Mittwoch (20.30 Uhr/live in der ARD) in Hamburg gegen China soll helfen, den Milliardenmarkt am anderen Ende der Welt weiter zu erschließen.

Schon seit zehn Jahren ist die Bundesliga vertraglich mit dem chinesischen Staatssender Cctv verbunden, in der vergangenen Saison übertrug dessen Sportkanal 130 Spiele live. Über insgesamt 13 740 Minuten waren Michael Ballack und Co. auf chinesischen Mattscheiben präsent. Doch nicht nur Bernd Schiphorst, Präsident von Hertha BSC Berlin, meint, dass "da noch Geld brach liegt, das die Vereine gut gebrauchen könnten".

Hoeneß fordert mehr Bundesliga-Übertragungen in Asien

Auch Hoeneß fordert, die Klubs sollten gemeinsam mit der DFL Deutsche Fußball Liga Gmbh "darauf achten, dass der deutsche Fußball in Fernost - speziell in China, Japan, Südkorea, Thailand und Malaysia - sehr viel häufiger übertragen wird". England, Spanien und Italien seien Deutschland "Lichtjahre voraus", der WM-Gastgeber habe "Nachholbedarf". Man müsse deutsche Mannschaften in Asien "in Trainingslagern, Spielen und Talkshows" präsentieren, meint der Bayern-Macher - nach dem Motto: "Bundesliga goes east".

Die DFL weiß um die Chancen. Neben der TV-Rechtevermarktung in Deutschland und der Vergabe der Namensrechte an der Liga gehöre die Auslandsvermarktung zu den Feldern mit dem größten Umsatzpotenzial, sagt DFL-Geschäftsführer Christian Seifert. Doch die Liga kämpft mit Problemen. Erfolge deutscher Teams im Europapokal blieben zuletzt aus, neben Oliver Kahn und Ballack fehlen weitere weltweit bekannte Stars. "Es gibt nur zwölf oder 13 herausragende Klubmarken in Europa - davon ist nur eine deutsch", sagt HSV-Boss Bernd Hoffmann.

DFL-Projektgruppe bearbeitet Märkte in aller Welt

Dennoch will man das Feld nicht der Premier League, der Primera Division oder der Serie A überlassen. Seit Jahresbeginn bearbeitet eine DFL-Projektgruppe die Märkte in China, Japan, den Öl-Emiraten, den USA sowie in Polen und Russland intensiver als bisher. Neben Kooperationen der Ligen sollen gemeinsame Wettbewerbe und eine Zusammenarbeit bei der Jugendausbildung vereinbart werden.

Zudem wirbt der für Rechte- und Lizenzvertrieb zuständige DFL-Direktor Jörg Daubitzer persönlich in Asien. Er soll im direkten Dialog mit TV-Anstalten, Agenturen, Ligen und Verbänden Grundlagen für eine engere Zusammenarbeit schaffen. Doch Seifert nimmt auch die Vereine weiter in die Pflicht. "DFL und Klubs müssen an einem Strang ziehen", fordert er.

Über die komplette Verlegung des Ligapokals nach China wurde bereits laut nachgedacht. Nach Meinung von Jiayi Shao, chinesischer Nationalspieler in Diensten des Zweitligisten 1 860 München, genau die richtige Überlegung. "Die deutschen Vereine sollten mehr tun, um populärer zu werden", sagt er vor dem Duell gegen seine neue Heimat. Es reiche nicht, Internetseiten ins Chinesische zu übersetzen. "Sie müssten vor Ort spielen", meint Shao.

© SID

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