Die großen Alten
Gewinner und Verlierer der WM 2006

Neben Jürgen Klinsmann und der deutschen Nationalmannschaft gibt es zahlreiche Gewinner der Fußball-Weltmeisterschaft - aber ebenso viel Verlierer. Ein Überblick.

GEWINNER

+ Deutschland
Vorbei die Zeit der Depression: Statt Selbstmitleid und Dauernörgeln regierten vier Wochen lang Fröhlichkeit, Optimismus und Weltoffenheit. Das Ausland entdeckt sein Herz für Deutschland, und 61 Prozent der Deutschen glauben, dass die gute Stimmung bleibt.

» Bilder von der Feier auf der Berliner Fanmeile

+ Italien und Frankreich
Die Endspielteilnehmer überraschten die Experten. Die Italiener suchten ihr Heil nicht im Betonfußball, sondern trotzten dem Fußballskandal im eigenen Land mit Offensivgeist. Das Team aus Frankreich überwand Torflaute und eine schwache Gruppenphase und zeigte besonders gegen Brasilien eine herausragende Leistung.

+ Jürgen Klinsmann
Deutschland liegt ihm zu Füßen, die Kritiker sind massenweise eingeknickt, der Kaiser kommt als Bittsteller und die Fans fordern: "Bleib Klinsi!" Der Umworbene selbst bleibt sich treu und will erst einmal etwas Abstand gewinnen.

» Von den Spielen bis zu den Fans - Alle Bildergalerien auf einen Blick

+ Franz Beckenbauer
An dem Turnier hätte sogar der liebe Gott Freude dran gehabt, meinte der Kaiser. Holte die WM nach Deutschland, machte mit Willkommensbesuchen in allen 31 Gastländern dem Außenminister Konkurrenz und glänzte auch während der WM bei den meisten Spielen mit Präsenz im Stadion. Dazwischen hat er schnell noch geheiratet - ein unglaubliches Zeitmanagement.

+ Schwarz-Rot-Gold und Nationalhymne
Eine ganzes Land im Fahnenmeer, und "Brüh im Lichte" singt jetzt auch niemand mehr. Schwarz-Rot-Gold steht nicht mehr für Rechts, sondern für Gemeinschaftsgefühl - oder "Partyotismus", wie es Kulturforscher Stephan Grünewald nennt.

+ Horst R. Schmidt
Der 1. Vizepräsident des WM-Organisationskomitees mit dem sprühenden Charme eines Finanzbeamten hat geschafft, was ihm keiner zugetraut hatte: volle Stadien bei nahezu allen Spielen. Eine große Genugtuung für den viel gescholtenen Ticketing-Verantwortlichen, der bereits 1974 bei der letzten Weltmeisterschaft in Deutschland zu den Organisatoren zählte.

+ die großen Alten
In Ermangelung neuer Talente mussten die Alten noch mal ran: Zinédine Zidane glänzte nach der Vorrunde und brachte das französische Team mit zahlreichen Altweltmeistern von 1998 ganz nach vorne. Allein die Präsenz von Luis Figo auf dem Platz sorgte für Belebung und Selbstvertrauen in der portugiesischen Mannschaft. Der italienische Abwehrroutinier Fabio Cannavaro zählte zu den besten Spielern des Turniers. Und David Beckham sorgte immerhin mit ruhenden Bällen noch dafür, dass England bis zum Elfmeterschießen im Viertelfinale kam.

+ Die Polizei
Lederhosen tragende Engländer, die lachende deutsche Polizisten umarmen - wer hätte das vor der WM für möglich gehalten? Auch der guten und umsichtigen Arbeit der Polizei und ihrer ausländischen Kollegen ist es zu verdanken, dass die WM-Stimmung so gut war und nichts passiert ist.

+ Miroslav Klose
Der Bremer erzielte wie schon vor vier Jahren fünf Treffer, zeigt sich auch außerhalb des Spielfelds als Führungsfigur und etablierte sich damit als internationaler Topstürmer. In der "ewigen" deutschen WM-Torschützenliste ließ er Rudi Völler, Karl-Heinz Rummenigge und Uwe Seeler hinter sich und liegt mit zehn Treffern gleichauf mit dem 54er-Weltmeister Helmut Rahn.

+ Ghana
Der WM-Neuling besiegte in der "wahren Todesgruppe" Tschechien und die USA und zog als einziges afrikanisches Team in die Runde der letzten 16 ein. Mit etwas Pech schieden die Westafrikaner dann gegen den abgebrühten Titelverteidiger Brasilien aus.

+ Die Fußball-WM
Es sei die beste Fußball-Weltmeisterschaft aller Zeiten, sagte FIFA-Chef Joseph Blatter - und der muss es ja wissen. Gut durchorganisiert und trotzdem Mega-Stimmung - keine PR-Agentur hätte bessere Werbung für die WM machen können als diese selbst.

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