Die Hackordnung des DFB-Team
Ballack der unumstrittene Chef im Team

Im 23-köpfigen Aufgebot des DFB-Team hat jeder Spieler Mannschaftsintern einen Stellenwert. In der inoffiziellen Hackordnung ist DFB-Kapitän Michael Ballack der Chef. Neben ihm geben jedoch auch andere Spieler mit den Takt an

HB BERLIN. Michael Ballack bekam schon im ersten Länderspiel der Ära Jürgen Klinsmann die Binde des Kapitäns. Mittlerweile ist er längst der unumstrittene Chef im 23-köpfigen WM-Aufgebot des Deutschen Fußball-Bundes. "Er weiß natürlich auch, wie wichtig er für uns ist", betonte Klinsmann-Assistent Joachim Löw am Dienstag nochmals die herausragende Rolle von Ballack. Die derzeitige Wadenprellung hat nicht nur die DFB-Trainer, sondern auch seine Mitspieler in Besorgnis versetzt. "Er ist ein wichtiges Bindeglied, fußballerisch und verbal", hatte Per Mertesacker die spezielle Funktion des Kapitäns beschrieben.

Zwar feilt Bundestrainer Jürgen Klinsmann seit Beginn der unmittelbaren WM-Vorbereitung auf Sardinien intensiv am Teamgeist. Doch der 108-malige Nationalspieler weiß auch genau, dass ohne eine klare Team-Ordnung die Mannschaft bei der WM nicht funktionieren kann. Auch nach dem Bezug des Quartiers in Berlin suchte Klinsmann noch mal Kontakt zum Leitwolf.

Anders als vor früheren Turnieren, als es immer mal wieder Gerangel um die Führungsrollen gegeben hatte, steht die Hackordnung dieses Mal klar fest. Vor allem die Beförderung von Jens Lehmann zur neuen Nummer 1 im deutschen Tor hatte dabei deutliche Auswirkungen: "Jens Lehmann ist gleich hinter Michael Ballack gerückt", stellte Klinsmann nach seinem Votum für den Wahl-Engländer und gegen Oliver Kahn heraus.

"Wir haben von der Struktur her eine relativ junge Mannschaft. Viele Spieler sind noch nicht lange dabei und haben noch kein Turnier gespielt", bemerkte Ballack drei Tage vor dem WM-Ernstfall am Freitag in München gegen Costa Rica. Unter dieser Voraussetzung sei es "viel, viel leichter" eine Hierarchie auszuprägen als in dem Fall, dass zehn 28- bis 30-jährige Spieler dabei wären, betonte Ballack. "Die ticken von ihrem Ego und von ihren Ansprüchen ganz anders." Junge Spieler könnten dagegen noch nicht so viel einfordern. Der deutsche Kader bringt es auf einen Schnitt von 26,3 Jahren.

Nach Ballack (29) und Lehmann (36) folgen in der Hackordnung der 25-jährige Christoph Metzelder, obwohl in der Bundesliga bei Borussia Dortmund zuletzt nur Ersatzspieler. Vor allem durch seine herausragenden Auftritte bei der WM 2002 erkämpfte er sich diese Position und steht auf ähnlicher Stufe wie Torsten Frings (29). Der Bremer faucht im Training schon mal kräftig seine Kollegen an, wenn etwas nicht nach seinen Vorstellungen läuft. Einer der Aufsteiger in der Hierarchie ist Miroslav Klose (27), wie Kapitän Ballack am Dienstag verdeutlichte: "Wir sind sehr froh, einen Stürmer zu haben, der absolutes Top-Niveau besitzt."

Zur Kategorie der Führungsspieler gehören auch Bernd Schneider (32) sowie der degradierte Kahn (36), auch wenn der mit jedem Spiel als Nummer 2 ein kleines Stückchen Einfluss verliert. "Er ist eine Leitfigur, wenn er Spaß und Engagement "rüber bringt. Gerade für die junge Generation", lobte Klinsmann seinen "Trumpf" auf der Ersatzbank.

Vor allem auf Grund ihrer sportlichen Fähigkeiten haben Philipp Lahm, Per Mertesacker, Arne Friedrich, Bastian Schweinsteiger, Lukas Podolski und Tim Borowski ihr Ansehen im Team verdient. Wobei Schweinsteiger und Podolski neben Gerald Asamoah zur Spaßfraktion des Teams zählen. Rückkehrer Jens Nowotny (32) ist zwar als erfahrener Spieler geschätzt, von einer Führungsrolle ist der Leverkusener allerdings wie auch Sebastian Kehl (26) weit weg.

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