Die Hoffnung stirbt zuletzt: Vom Aufsteiger zum krassen Außenseiter

Die Hoffnung stirbt zuletzt
Vom Aufsteiger zum krassen Außenseiter

Das kleine westafrikanische Land Ghana gibt sich trotz des Rückschlags beim Afrika-Cup selbstbewusst. "Wir sind zwar zum ersten Mal bei einer Weltmeisterschaft dabei, aber wir haben bestimmt nicht das Lampenfieber von Anfängern", sagte Präsident John Kufuor, als Chef-Organisator Franz Beckenbauer ihm die Einladung zur Weltmeisterschaft persönlich überbrachte.

HB NAIROBI. Dabei liegen Ghanas gloriose Fußballzeiten schon eine Weile zurück. In den 60er bis 80er Jahren gewann Ghana vier Mal die Afrika-Meisterschaft. Erst der serbische Trainer Ratomir Dujkovic machte die "Black Stars" so fit, dass sie sich ihr kostbares Ticket nach Deutschland erspielten.

Dujkovic hat Erfahrung mit dem afrikanischischen Fußball. Er trainierte zuvor die Nationalmannschaft von Ruanda und führte sie erstmals in die Endrunde der kontinentalen Meisterschaft. Somit kennt der Serbe alle Höhen, aber auch die Tiefen. Am 1. Februar musste er ohnmächtig mit ansehen, wie sein Team beim Afrika-Cup durch ein 1:2 gegen den Fußball-Zwerg Simbabwe bereits in der Vorrunde scheiterte. Dabei war Ghana zum Jahresende vom Weltverband FIFA noch zum "Aufsteiger des Jahres" gekürt worden, mit einem Sprung auf den 50. Weltranglisten-Platz.

In der Deutschen Botschaft in Accra stapeln sich bereits die Visumanträge. Mehr oder weniger seriöse Visamakler bieten in den ghanaischen Zeitungen ihre Dienste an. Wie auch bei den anderen afrikanischen Teilnehmerländern besteht Anlass zur Sorge, dass Reisen nach Deutschland zur illegalen Einwanderung genutzt werden könnten. Daher müssen alle Fans, die zur Fußball-WM reisen wollen, glaubhaft machen, dass sie auch wieder nach Ghana zurückkehren. Allerdings kann sich in dem armen Land ohnehin nur eine winzige Oberschicht eine so aufwändige Reise leisten.

Ihren Namen haben die "Black Stars" von der rot-gelb-grünen Nationalflagge, die in der Mitte einen schwarzen Stern zeigt. Der Stern symbolisiert die Freiheit des Landes, das als erster schwarzafrikanischer Staat im 20. Jahrhundert unabhängig wurde. "Schwarzer Stern der Hoffnung und Würde, für alle die nach Freiheit streben", heißt es in der Nationalhymne.

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