„Die Leistung von Jens ist absolut tadellos.“
Kahn stärkt Lehmann den Rücken

Für viele Experten war die Nominierung von Jens Lehmann als deutsche Nummer Eins im Tor die Überraschung vor der WM. Der neue Ersatztorwart, Oliver Kahn, hat nun seinem Rivalen Jens Lehmann vor dem schweren Spiel gegen Argentinien den Rücken gestärkt. Trotz seiner Unzufriedenheit nicht mehr als Nummer Eins zwischen den Pfosten zu stehen ordnet sich Kahn im Sinne des Teamgeist unter und versucht im Rahmen seiner Möglichkeiten dem Team zu helfen.

HB BERLIN. Als Keeper des FC Arsenal London hat Jens Lehmann eine tolle Saison gespielt und viel Lob von den Medien bekommen. Als neue Nummer Eins konnte er sich im deutschen Team bisher nocht nicht so sehr auszeichnen, was aber auch für die zuletzt solide Abwehrleistung der jungen deutsche Abwehr spricht, die von Lehmann dirigiert wird.

Vor dem Viertelfinalspiel gegen Argentienien erkennt der von Bundestrainer Jürgen Klinsmann zur Nummer Zwei degradierte Kahn nun die Leistung seines Kollegen und Rivalen an. "Die Leistung von Jens ist absolut tadellos, er spielt ruhig und abgeklärt", sagte Kahn am Mittwoch. Er gebe der Hintermannschaft Sicherheit, rede mit den jungen Spielern. Er habe drei Mal hintereinander zu Null gespielt. "Das spricht für sich."

Kahn sagte, er habe sich seiner Rolle auf der Bank arrangiert. Der neue Respekt, der ihm entgegen gebracht werde, sei etwas "sehr, sehr Positives". Er sei immer auf Erfolg und Titel geeicht gewesen. Jetzt festzustellen, dass man auch anders mit dem Team arbeiten könne, sei für ihn neu, mache es ihm aber auch leicht, "diese Wochen zu verbringen".

"Natürlich ist man auch mal frustriert", räumte Kahn ein. Aber er lasse das an niemandem aus. Er bringe so viel innere Kraft auf, dass er das Ganze positiv bewältigen könne. Oliver Kahn berichtete weiter, dass man im deutschen Quartier schon "mit einem Auge" auf die möglichen Gegner im Halbfinale und Endspiel schaue

Ein Bier mit seinem langjährigen Rivalen, den Bundestrainer Jürgen Klinsmann dem früheren DFB-Kapitän vorgezogen hat, könne man zu gegebener Zeit auch mal trinken. Bei der WM sei so etwas nicht möglich. Versöhnliche Worte von einem Mann, der in der Werbung die Bank als den schönsten Platz bezeichnet, aber auch als Edelreservist vor Ehrgeiz brennt: "Als Sportler will man spielen. Jeder, der damit zufrieden ist, auf der Bank zu sitzen, den müsste man direkt nach Hause schicken."

Zudem sei er auch nicht nachtragend. "Ich habe die Situation akzeptiert und will jetzt da helfen, wo ich gebraucht werde", sagt der 37-Jährige, der aber zugibt, dass ihm im bisherigen Turnierverlauf die letzte Anspannung gefehlt habe: "Der Kitzel kommt jetzt langsam vor den Spielen gegen die ganz großen Gegner. Mein großes Ziel ist es, Weltmeister zu werden, nachdem ich 2002 kurz davor war. Auch wenn ich kein Stammspieler bin, will ich dazu beitragen, dass wir unser großes Ziel verwirklichen."

Besonders erfreut ist Kahn derzeit über die Reaktion in der Öffentlichkeit. "So einen Respekt gegenüber meiner Person habe ich trotz aller sportlichen Erfolge, die ich vorzuweisen habe, noch nie gespürt. Das genieße ich und wundere mich dann manchmal über mich selbst. Das ist eine ganz neue Erfahrung, die es mir sehr leicht macht, durch das Turnier zu kommen", sagt der ehemalige Titan und hat sogar eine Erklärung dafür parat: "Vielleicht liegt es daran, dass man mich immer als einen verbissenen Menschen betrachtet hat, dem es nur um Erfolge und Titel geht. Aber ich habe auch andere Seiten."

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