Die Spielorte im Porträt: Gelsenkirchen
Fußball zwischen Kohle und Stahl

Der Alltag der Gelsenkirchener Bevölkerung bestand in früheren Jahren zumeist aus drei Dingen: Kohle, Stahl und Fußball. Das Stadtbild war geprägt von Fördertürmen, Hochhöfen und dem Parkstadion. Während im Zuge des Strukturwandels der Bergbau und die Stahlindustrie auf der Strecke blieben, hat der Fußball nach wie vor seinen festen Platz in der Stadt - wenn auch inzwischen in der hochmodernen Veltins-Arena statt dem altehrwürdigen Parkstadion.

HB GELSENKIRCHEN. Die Stadt Gelsenkirchen ist eine von zwei Austragungsstätten der WM 2006 im Ballungsraum Ruhrgebiet - Deutschlands ehemals bedeutendster Bergbau- und Industrieregion. 1003 wurde der Stadtteil Buer erstmals urkundlich erwähnt, während Gelsenkirchen selbst erstmalig 1150 in den Geschichtsbüchern auftaucht. Erst 1875 wurde dem damals mit lediglich 6000 Einwohnern nur dünn besiedelten Gelsenkirchen das Stadtrecht verliehen. Weitere 23 Jahre später erfolgte der Zusammenschluss mit den Stadtteilen Buer und Horst zum heutigen Stadtgebiet.

Gelsenkirchen ist zwar eine mittelalterliche Stadt, doch die entscheidenen Impulse für seine Entwicklung erfolgten in der vor 150 Jahren einsetzenden Phase der Industrialisierung. 1858 begann die erste Zeche mit der Kohleförderung und 1873 erfolgte der erste Hochofenabstrich. In der Folgezeit lebten die Menschen in Gelsenkirchen wie im gesamten Ruhrgebiet von Bergbau und der Montanindustrie. In den letzten 15 Jahren schlossen die letzten drei Zechen ihre Pforten.

Die baulichen Relikte der Industrie (Hochöfen, Fördertürme) und die landschaftlichen Folgeerscheinungen des Bergbaus (Zechenanlagen) bestimmen auch in der Gegenwart das Erscheinungsbild Gelsenkirchens, das gegenwärtig 278.000 Einwohner zählt. Diese Bauten sind ebenso Zeugnisse der Vergangenheit wie Zeichen des sich gegenwärtig vollziehenden Strukturwandels.

Für die Stadt bietet sich während der WM die willkommene Gelegenheit, ihr Image aufzupolieren. "Alles, was ich bisher über Gelsenkirchen gehört habe, ist ein Desaster", sagte Stürmerstar Ailton vor seinem Wechsel nach Schalke und sorgte damit für Riesenaufregung. Jetzt will sich die geschmähte Stadt mit der höchsten Arbeitslosigkeit im Westen als Zentrum für Solar-Technologie präsentieren und ihre grüne Seite nach außen kehren: Ein Drittel der Fläche besteht aus Parks, Wiesen und Wäldern.

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