Die Teams im Portrait
Japan: Der Wunsch nach Samba-Fußball

Bescheidenheit gilt als ein typischer japanischer Charakterzug. Doch in Sachen Fußball ist davon keine Spur. Im Gegenteil: Beim Thema Nationalmannschaft spuckt man im Inselstaat große Töne.

HB DÜSSELDORF. „Bis 2050 wird Japan die Fußball-WM ein weiteres Mal ausrichten - und gewinnen“, sagt Saburo Kawabuchi, Präsident des nationalen Verbandes JFA - und natürlich soll auch beim Konföderationen-Pokal nicht weniger als der Titel her. „Wir kommen nach Deutschland, um zu siegen“, meint Nationaltrainer Zico.

Vor vier Jahren beim Endspiel in Yokohama reichte es immerhin zu Platz zwei und das Erreichen des Achtelfinales bei der Heim-WM 2002 sowie der dritte Triumph bei den Asien-Meisterschaften vor neun Monaten ließen die begeisterungsfähigen Fans bereits von weiteren Erfolgen träumen. Doch die Erwartungshaltung lastet seitdem schwer auf den Schultern des noch jungen Kaders. In die zweite Runde der WM-Qualifikation startete das Team „Nippon“ mit zwei wenig überzeugenden Heimsiegen gegen Nordkorea und Bahrain, beim schärfsten Rivalen Iran setzte es eine 1:2-Niederlage.

Japan steuert als Zweiter der Gruppe B dennoch auf WM-Kurs, aber der Coach steht fortwährend in der Kritik und auch die Stars bereiten Anlass zur Sorge. Von Zico wird erwartet, dass er sein außergewöhnliches Können, das ihm als Spieler Weltruhm brachte, auf seine Truppe überträgt. Samba-Fußball, spektakuläre Tricks und Offensive pur - das ist es, was Medien und Fans im Land der aufgehenden Sonne sehen wollen. Doch der Mix aus international unerfahrenen Spielern der heimischen J-League und in Europa tätigen Legionären erwies sich in der Vergangenheit zu oft als wenig harmonisch.

Die „Europäer“ fallen immer wieder verletzt aus und spielen, wenn sie doch einmal fit sind, meist uninspiriert. Beim Asiencup verzichtete Zico deshalb auf Größen wie Shinji Ono (Feyenoord Rotterdam), Inamoto Junichi (West Bromwich Albion) und sein Sorgenkind Nummer eins, Hidetoshi Nakata. Der Spielmacher des AC Florenz kehrte erst gegen Iran wieder zurück und stand prompt im Mittelpunkt der Kritik. Anfang April trat er deshalb mit Rücktrittsgedanken vor die Presse. „Ich will mit Japan zur WM. Wenn man mich aber als Hindernis für das Team sieht, habe ich kein Problem damit, abzutreten“, sagte er. Auch beim Confed-Cup stehen dem Nationalcoach nicht alle seine Leistumngsträger zur Verfügung: Verletzungsbedingt muss er auf auf Ono, aber auch auf Naohiro Takahara vom Bundesligisten Hamburger SV, der ebenfalls zu den wichtigsten Kickern im Land der aufgehenden Sonne gehört, verzichten.

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