Dieter Hoeneß wird 65 Turban-Torschütze, Erfolgsmanager, Trainer-Vater

Beim Namen Hoeneß denken die Meisten sofort an den Vornamen Uli. Doch dessen jüngerer Bruder Dieter hat es auf und neben dem Platz auch zu Großtaten geschafft. Heute lebt er ruhig in München – nur der Sohn ist beim FCB.
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Der ehemalige Fußballmanager wird am Sonntag (7. Januar) 65 Jahre alt. Quelle: dpa
Dieter Hoeneß

Der ehemalige Fußballmanager wird am Sonntag (7. Januar) 65 Jahre alt.

(Foto: dpa)

MünchenBlut sickert durch den Verband, der wie ein Turban um den Kopf von Dieter Hoeneß gewickelt ist. Sein Gesicht ist verschmiert, doch der Stürmer des FC Bayern München lässt sich nicht davon beeindrucken. Im DFB-Pokal-Finale gegen den 1. FC Nürnberg am 1. Mai 1982 reißt Hoeneß seine Mitspieler mit seinem unbändigen Willen mit und trägt mit einer Vorlage und einem Treffer maßgeblich dazu bei, dass die Bayern trotz 0:2-Pausenrückstands noch mit 4:2 gewinnen.

Kein anderes Bild wird mit Hoeneß, der am Sonntag seinen 65. Geburtstag feiert, so in Verbindung gebracht wie das mit der blutigen Kopfbandage in jenem Endspiel im Frankfurter Waldstadion. „Während des Spiels war es keinesfalls so dramatisch, wie es offenbar am Bildschirm rüberkam“, sagte Hoeneß Jahre später. „Es ging die ganze Zeit nur darum, die Blutung zu stoppen. Aber gesundheitsgefährdend war das nicht.“ Hoeneß, der Kämpfer - das war spätestens seit diesem Spiel sein Image.

Trotz blutender Verletzung an der Stirn erzielt Dieter Hoeneß im DFB-Pokalfinale ein Tor – mit dem Kopf. Quelle: dpa
Legendär

Trotz blutender Verletzung an der Stirn erzielt Dieter Hoeneß im DFB-Pokalfinale ein Tor – mit dem Kopf.

(Foto: dpa)

Zu einer ähnlichen Karriere wie die seines ein Jahr älteren Bruders Uli reichte es aber nicht. Doch auch die Titelsammlung von Dieter Hoeneß ist ansehnlich: Fünfmal wurde er als Spieler deutscher Meister, in 288 Bundesliga-Spielen erzielte er 127 Tore, viele davon mit dem Kopf.

Auch nach dem Ende seiner aktiven Karriere 1987 blieb der sechsmalige Nationalspieler und Vize-Weltmeister von 1986 als Manager im Geschäft. Unter seiner Regie wurde der VfB Stuttgart, für den der gebürtige Ulmer vor seiner Bayern-Zeit spielte, 1992 Meister.

13 Jahre lang war er dann bei Hertha BSC. Nach tristen Zweitliga-Jahren gelang den Berlinern 1996/97 die Rückkehr in die Bundesliga, zwei Jahre später qualifizierte sich das Team sogar für die Champions League. In der Folge etablierte sich Hertha in der Bundesliga, ganz oben setzte sich der Hauptstadt-Club aber nicht fest. 2009 trennten sich der verschuldete Verein und Hoeneß im Streit. Ein etwa einjähriges Intermezzo gab er dann noch beim VfL Wolfsburg. Seit 2011 taucht er in der Bundesliga aber nicht mehr auf.

„Ein falsches Wort genügt, und das Gesicht des FC Bayern färbt sich rot“
„Wer einen Flugzeugabsturz, eine Notoperation und 32 Jahre FC Bayern überlebt hat, der ist unzerstörbar.“
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Franz Beckenbauer über Uli Hoeneß zum 50. Geburtstag im Jahre 2002.

Quelle für die Zitate: Dieter Schulze-Marmeling, Die Bayern Chronik, Verlag Die Werkstatt, 960 großformatige Seiten, 99 Euro

„Ich bin mit einem neuen Leben beschenkt worden, doch der Sonnyboy in mir ist gestorben“
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Hoeneß Jahre später über den Flugzeugabsturz, den er überlebte, während drei andere Insassen starben.

Das Bild: Der Manager des Deutschen Fußball-Meisters Bayern München, Uli Hoeneß, in seinem Krankenhausbett im Nordstadt-Krankenhaus in Hannover, aufgenommen am 20.02.1982.

„Patron Bavariae“
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So taufte die Sportfachzeitschrift "Kicker" den Bayern-Macher.

„Ich trug eine Krawatte, setzte mich an den Schreibtisch, und nach drei Stunden war nichts mehr zu tun."
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Uli Hoeneß über seinen Start als Manager des FC Bayern mit 27 Jahren im Juli 1979.

Im Bild: Die deutschen Fußballnationalspieler Gerd Müller (l) und Uli Hoeneß im Münchner Olympiastadion

„Hoeneß war der Erste in seiner Branche, der verstand, dass sich größte Vermarktungsmöglichkeiten eröffnen, wenn man einen Bundesligaverein wie ein modernes Unternehmen aufstellt."
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Dieter Schulze-Marmeling, Autor der Bayern-Chronik und Fußballexperte, in einem Portrait über den Bayern-Boss.

Im Bild mit Hoeneß: Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge, Trainer Jupp Heynckes und Sportdirektor Hasan Salihamidzic

„Mehr ausgeben als man besaß, war seine Sache nicht: 'Wir vom FC Bayern schätzen es, wenn wir in die Festgeldabteilung gehen.' Dort waren die Konten in der Regel prall gefüllt.“
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Dieter Schulze-Marmeling in der "Bayern Chronik".

„Uli Hoeneß hat den Verein mit helmutkohlhaften Machtinstinkt groß gemacht, gepaart mit weichen kommunikativen Fähigkeiten.“
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Oliver Fritsch in der "Zeit" über den Führungsstil von Hoeneß.

Heute lebt Hoeneß wieder in München. Er habe seiner Frau versprochen, irgendwann dorthin zurückzukehren. In der bayerischen Landeshauptstadt ist er nun nicht nur seinem Bruder und Bayern-Präsident nahe. Auch sein zweiter Sohn Sebastian arbeitet für den Rekordmeister. Seit Sommer coacht er dort das U19-Team, vorher war er schon bei RB Leipzig tätig.

Zu der Geschichte vom DFB-Pokal-Finale 1982 gehört auch der Sohn. Hoeneß' Frau war damals mit Sebastian schwanger und verfolgte das Spiel im Fernsehen. Die Bilder hätten sie ziemlich mitgenommen, erzählte Hoeneß einmal dem Magazin „11Freunde“. „Die größte Gefahr war also die einer Frühgeburt. Aber wie man heute weiß, hat der Sebastian das Pokalfinale gut überstanden.“

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