Digitale Werbung am Spielfeldrand
Bundesliga setzt auf die High-Tech-Bande

Mit LED-Banden wollen die Vereine der Fußball-Bundesliga ihre Werbeeinnahmen erhöhen: Die Anzeigen steigern die Aufmerksamkeit für die Sponsoren, können Videos abspielen und Texte in Sekundenschnelle ändern. Doch es sind auch Einschränkungen damit verbunden – und nicht für jeden Bundesligisten lohnt sich die Technik.

DÜSSELDORF. Bei der Fußball-WM in Südafrika 2010 werden die Zuschauer auf jeden Fall viel Bewegung sehen - wenn nicht von den Spielern auf dem Rasen, so doch an den Außenlinien: Dort wird die Werbung statt auf herkömmlichen Dreh-Banden auf neuartigen LED-Anzeigen blinken. Vergangene Woche gab der Weltfußball-Verband Fifa ihren Einsatz auf dem Turnier bekannt.

Die digitalen Banden sollen allerdings weniger die Fans unterhalten, als den Sponsoren eine höhere Aufmerksamkeit bescheren. Die Anzeigen können Videos abspielen und Texte in Sekundenschnelle ändern. In der ersten spanischen Liga, wo die digitalen Darstellungen am Spielfeldrand zum Standard gehören, rasen schon mal Rennwagen über die Bande - und damit durchs TV-Bild.

Von solchen Werbemöglichkeiten können Firmen in Deutschland nur träumen. Während LED-Banden auch in vielen Stadien in Italien und England leuchten, nutzen erst vier von 18 Bundesligaklubs diese Technik: Bayern München, Hertha BSC, 1899 Hoffenheim sowie Hannover 96. Die anderen Vereine setzen nach wie vor auf statische Banden oder Rollsysteme - und warten erst einmal ab.

Bei digitalen Banden erzeugen Tausende kleiner Leuchtpunkte eine Werbebotschaft auf bis zu 180 Meter langen Tafeln. Zwar ist die Technik nicht neu - doch anfangs war die Farb- und Leuchtqualität der LEDs noch miserabel. Auch die Steuerung der Anzeigen ging oft schief. "Inzwischen ist die Technik aber so ausgereift, dass die Vorteile die Nachteile überwiegen", sagt Roger Rinke, Geschäftsführer von Screen Visions. Die Stuttgarter Firma vermietet LED-Banden und berät Vereine bei deren Einsatz.

Im Gegensatz zu den Fußballverbänden anderer Länder hat die Deutsche Fußball Liga (DFL) genau festgelegt, welche Technik die Klubs hierzulande verwenden dürfen und wie die Werbung aussehen muss, damit die Einblendungen die Fernsehzuschauer nicht stören. So darf die animierte Werbung nur in eine Richtung fließen und auch die Geschwindigkeit, in der die Bilder sich bewegen, ist begrenzt. Logos und Schriftzüge dürfen außerdem nicht aufblitzen.

Die anfänglichen Probleme, die durch Flackern gerade bei Super-Zeitlupen auftraten, bekomme man immer besser in den Griff, sagt Josef Nehl. Er ist als Geschäftsführer der DFL-Tochter Sportcast zuständig für die Fernseh-Übertragung der Partien aus den Bundesligastadien. Da das Geld der TV-Sender zu den Haupteinnahmequellen der Profi-Klubs gehört, müssen sie auf die Interessen der Medien Rücksicht nehmen. "Wir haben ein Interesse daran, dass das Bild nicht leidet", sagt Nehl.

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