Dominator FC Bayern
Die Bundesliga braucht spanische Verhältnisse

Dieser FC Bayern hat in der Bundesliga keine Konkurrenz mehr. Der Meistertitel ist nur noch Formsache. Die Dominanz eines Teams schadet der Liga jedoch. Die Konkurrenten müssen aufholen, so wie in Spanien. Ein Kommentar.
  • 1

DüsseldorfDer Bundesliga droht die große Langeweile an der Spitze. Drei große Konkurrenten haben die Bayern scheinbar mühelos abgefertigt: zuerst Leverkusen, dann Wolfsburg und nun Dortmund. Die Duelle gegen direkte Konkurrenten zeigen, wie stark der Rekordmeister in dieser Saison aufgestellt ist – und das, obwohl die Stars Arjen Robben und Franck Ribéry weiter verletzt sind.

Noch mehr als die klaren Ergebnisse verblüfft die Art und Weise, wie die Münchner ihre Siege herausspielen. Sie lassen selbst starken Gegnern kaum den Hauch einer Chance. Entscheidend dafür ist nicht nur die individuelle Klasse der Spieler, sondern darüber hinaus eine große Vielfalt an Spielvarianten, die das Team inzwischen beherrscht.

Beispiel Borussia Dortmund am Sonntag: 25 Minuten funktionierte das übliche Kombinationsspiel der Münchner überhaupt nicht gegen früh störende und ballsichere Dortmunder. Sehr ungewöhnlich dabei war: Der Ballbesitz, eigentlich eine Domäne der Münchener, verteilte sich zu gleichen Teilen auf die beiden Kontrahenten.

Als das Bayern-Team merkte, dass es so nicht voran ging, brach ein langer Ball in die Spitze das Eis. Die Abwehrspieler der Dortmunder schauten nur zu, wie Thomas Müller geschickt zuschlug. Und weil es so gut geklappt hat, wiederholten die Bayern die Variante gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit. Diesmal profitierte Robert Lewandowski von der BVB-Schlafmützigkeit. Das war die frühe Entscheidung.

Die beiden Beispiele zeigen: Gerade ihre Unberechenbarkeit macht die Bayern in dieser Saison so gefährlich. Die Mannschaft ist in der Lage, mehrmals im Spiel Tempo, Rhythmus und Spielsystem zu wechseln. Beobachter sprechen davon, dass sie sich ihren Gegner zurechtlegen. Hinzu kommt: Selbst die kleinsten Schwächen des Gegners nutzen die Bayern immer gnadenloser aus.

Diese Qualität im Münchener Spiel ist in erster Linie ein Verdienst ihres Trainers Pep Guardiola. Er hat das Team auf eine neue Ebene gebracht, an die derzeit nicht annähernd irgendein anderer Bundesligaklub herankommt. Diese Lücke sollte jedoch so schnell wie möglich geschlossen werden. Denn zur Attraktivität des Fußballs gehört auch Spannung an der Spitze.

Seite 1:

Die Bundesliga braucht spanische Verhältnisse

Seite 2:

Was die Liga von den Spaniern lernen kann

Kommentare zu " Dominator FC Bayern: Die Bundesliga braucht spanische Verhältnisse"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Ich wage jetzt mal eine steile These:
    Um auf spanische Verhältnisse zu kommen, braucht man nicht nur das sogenannte "Spielermaterial" sondern auch das "Trainermaterial".

    Der FCB hat den vielleicht besten Trainer der Welt engagiert.
    Die vier Verfolger Dortmund, Schalke, Wolfsburg und Leverkusen beschäftigen sicherlich hochtalentierte, aber international wirklich unbedeutende Trainer, die alle noch wenig bis nichts gewonnen haben (außer Hecking den DFB-Pokal). Das reicht womöglich nicht, um einen Pep und damit einen FCB in Verlegenheit zu bringen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%