Dortmund
Stadion-Finanzierer haben Geduld mit BVB

Vor einem Jahr waren die Aussichten weitaus trüber - vor allem für die BVB-Anhänger. Der Club schrammte knapp an der Pleite voran. Er rettete sich unter anderem dadurch, dass er die Mietzahlungen an den CFB-Fonds kürzte. Im Gegenzug erhielten die Anleger 48 Prozent ihrer Einlage zurück

HB DORTMUND. Es müssen wahre Borussia-Dortmund-Fans sein. Anders ist es kaum zu erklären, dass die Anleger des CFB-Fonds 144 der Commerzbank-Tochter Commerz Fonds Beteiligungsgesellschaft zwei Jahre lang auf ihre Ausschüttungen verzichten. Mit ihrem Kapital - insgesamt 90 Mill. Euro - wurde die jüngste Erweiterung des Dortmunder Westfalen-Stadions finanziert. Seit Dezember heißt die Spielstätte der Borussia ihrem neuen Sponsor gemäß "Signal-Iduna-Park".

"Die Auszahlungen sind gestundet. Kein Anleger verliert Geld. Ab 2007 wollen wir wieder Dividenden zahlen", sagt CFB-Geschäftsführer Rolf-Dieter Müller. Man sei nun wirtschaftlich und sportlich fit für die Weltmeisterschaft.

Vor einem Jahr waren die Aussichten weitaus trüber - vor allem für die BVB-Anhänger. Der Club schrammte knapp an der Pleite voran. Er rettete sich unter anderem dadurch, dass er die Mietzahlungen an den CFB-Fonds kürzte. Im Gegenzug erhielten die Anleger 48 Prozent ihrer Einlage zurück. Dass der Fonds letztendlich doch kein reiner Fan-Fonds war, machten Klagen von Anlegeranwälten deutlich. Wiewohl der Groll ihrer Mandanten sich weniger gegen den BVB und mehr gegen die CFB richtet.

Der von den Fondsanlegern finanzierte Ausbau des 1974 errichteten Stadions in dritter Stufe wurde 2003 abgeschlossen. Dabei wurde das Fassungsvermögen der Arena durch Schließung der Eckbereiche um exakt 14 499 Plätze erweitert. Die 81 264 Gesamtplätze verteilen sich auf 27 589 Steh- und 53 675 Sitzplätze. Weil bei internationalen Turnieren die Sicherheitsanforderungen größer sind und im Stadion nur gesessen werden darf, bietet der Signal-Iduna-Park zur WM nur noch 53 675 Fußballfans Platz. Zusätzliche Gastronomieflächen kamen hinzu. Treppenhäuser wurden erweitert und die Bedachung erneuert. Dazu wurden die Eckpylone im Inneren der Arena, die das Dach bisher gestützt hatten, aber eine Sichtbehinderung für die neuen Sitzplätze in den gerade ausgebauten Eckbereichen dargestellt hätten, durch acht außen installierte gelbe Stahlpylone ersetzt. Die rund 62 Meter hohen Stützen wirken nun wie übergroße Ausrufezeichen in der Dortmunder Skyline und sollen den Gästen aus aller Welt den Weg in den Signal-Iduna-Park weisen. "Wir werden hier ganz sicher eine phantastische Stimmung und großartige Spiele erleben", verspricht der ehemalige Borussen-Kicker und WM-Botschafter Stefan Reuter.

Auch die Dortmunder City will Gastfreundschaft signalisieren. Die City Marketing GmbH (CMG) wird für die Besucher einen roten Teppich aus Kokosfasern von der Haupteinkaufsmeile Hohe Straße bis zum WM-Stadion ausrollen. 2 468 Meter lang und 1,5 Meter breit wird der Läufer sein und 100 000 Euro kosten.

"Das ist unser Geschenk an den WM-Standort Dortmund", erklärt CMG-Geschäftsführer Rolf Brammann. Mit dem Teppich reagiert die Stadt zudem auf ein Transportproblem. An den Spieltagen - sechs an der Zahl - werden sich jeweils bis zu 40 000 Besucher in der Innenstadt aufhalten. Mit Bussen und Bahnen können aber nur etwa 10 000 Fans je Stunde das Stadion erreichen. Wer nicht warten will, folgt dem roten Pfad. eul

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