Dortmunder Transfermaschine Wohin bloß mit dem vielen Geld?

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U21-EM treibt die Preise für junge Spieler

Sprich: Selbst wenn ein satter Teil des Götze-Geldes auf dem Festgeldkonto landet, ein zweistelliger Millionenbetrag will ausgegeben werden. Vor der Saison wurde Marco Reus für gut 17 Millionen Euro aus Gladbach geholt – zumindest in diesem Bereich sind Ablösesummen also durchaus zu erwarten. Schalkes Julian Draxler soll angeblich auf der Wunschliste des BVB stehen. Für das Riesentalent dürften die Gelsenkirchener im Gegenzug wohl einen Betrag von rund 20 Millionen Euro ausrufen. Schalkes Sportchef Horst Heldt rief sogar 100 Millionen Euro Ablöse aus.

Entscheidend wird darüber hinaus sein: Was macht Robert Lewandowski? Kein Tag vergeht, ohne dass der polnische Nationalstürmer, der unlängst vier Tore gegen Real Madrid erzielte, mit Bayern München in Verbindung gebracht wird. Von Beraterseite hieß es zwischenzeitlich sogar, es sei ein Vorvertrag unterzeichnet. Die Bayern sahen sich gezwungen diese Meldung per Pressemitteilung zu dementieren. Kein Wunder: Ohne den Verein des Spielers zu informieren, sind Vorverträge erst ein halbes Jahr vor Vertragsende zulässig.

Wieder andere Medien berichteten von einem Tausch Lewandowski gegen Mario Gomez. Dies ist mittlerweile dementiert, Tatsache ist aber auch, dass der Vertrag von Lewandowski Mitte 2014 ausläuft, nur noch diesen Sommer würde er eine Ablöse bringen. Geld, was der BVB nicht zum Überleben benötigt, mit dem sich aber einiges anstellen ließe. Ginge man von 25 bis 35 Millionen aus, die die Bayern (oder jeder andere Verein) auf den Tisch legen müssten, kämen so bis 70 Millionen Euro zusammen, die der BVB investieren könnte – und zu einem großen Teil wohl auch müsste, um die Abgänge zu kompensieren.

Das ist eine Summe, für die sich Wayne Rooney einkaufen ließe. Neymar. Mesut Özil.

Dass Dortmund sich für die ganz große Lösung entscheiden wird, ist unwahrscheinlich, da es, wie erwähnt, nicht der Strategie des Klubs entspräche. Aber wenn sie gezwungen sind, einzukaufen, wissen die Gegenparteien, dass die Kasse gefüllt ist. Und das wird zwangsläufig die Preise treiben.

Rückblende, Sommer 2009. Real Madrid hatte sich soeben für 94 Millionen Euro Ablösesumme Cristiano Ronaldo gegönnt. Dessen Arbeitgeber Manchester United shoppte also fröhlich drauf los. Und das setzte eine ganze Kette von Transfers in Gang. Mit den Geldreserven der Vereine stiegen die Spielerpreise, kurz: die Inflation beherrschte den Transfermarkt. Verschärft wurde die Lage durch die U21-Europameisterschaft, Schaufenster einiger der besten Nachwuchsspieler der Welt. Einer der Höhepunkte war der Transfer des EM-Torschützenkönigs Marcus Berg. Im total überhitzten Umfeld rief Groningen 10 Millionen Euro Ablöse aus – und der Hamburger SV bezahlte. Heute liegt dessen Marktwert bei zwei Millionen Euro (Quelle: Transfermarkt.de). Leistungsnachweis: fünf Bundesligatore.

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3 Kommentare zu "Dortmunder Transfermaschine: Wohin bloß mit dem vielen Geld?"

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  • Besser eine Truppe von herausragenden Spielern, als einen Spielervermittler für fertige Stars bedienen. That's it!

    Its only fair playing soccer, better than playing games. Bonjour tristesse Bavaria.

  • Das glaube ich nicht, wenn man die Aktionäre fragt dann wird der Großteil für Investition in die Mannschaft und Reduzierung der Schulden sein. Der Aktie hilft es langfristig mehr wenn der BVB immer in die Champions League kommt. Man könnte auch über einen Aktienrückkauf nachdenken.

  • Die Antwort liegt doch klar auf der Hand:

    DIVIDENDEN-Erhöhung für die Aktionäre


    Der Verein zahlt unter 2% Dividendenrendite. Das ist gegenwärtig zu wenig. Das Geld sollte an die Aktionäre ausgeschüttet werden.

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