Fußball
Down Under in der Pfalz

Während sich die Fans zu einer Party auf dem Stiftsplatz versammelt hatten, jubelte Australiens Coach Guus Hiddink über den 3:1-Erfolg Australiens gegen Japan in Kaiserslautern: "Das war so geplant. Das war kein Glück."

Nachdem der historische Erfolg perfekt war und bei den mitgereisten australischen Fans alle Dämme brachen, ballte auch der entscheidende Mann an der Seitenlinie das "goldene Händchen" zum Zeichen des Triumphs zur Faust. Trainer Guus Hiddink hat mit einer überragenden Trainerleistung den "Socceroos" nicht nur den 3:1 (0:1)-Sieg zum WM-Auftakt gegen Japan beschert, er verhalf dem Team aus "Down under" vor allem zum ersten Endrunden-Erfolg der Geschichte.

"Unsere Strategie ist voll aufgegangen"

"Unsere Strategie ist voll und ganz aufgegangen. Wir haben es so geplant. Das war kein Glück", sagte Hiddink nach der Partie nicht ohne Stolz. Der Niederländer wusste selbst nur zu genau, dass es seine Entscheidungen waren, die den Australiern den Sieg gebracht hatten. Beim Stand von 0:1 wechselte der Coach zunächst Tim Cahill, dann den zukünftigen Nürnberger Joshua Kennedy, und anschließend John Aloisi ein. Kennedy belebte das Spiel, Cahill drehte die Partie mit seinen beiden Toren (84./89.), und Aloisi stellte den Endstand her (90.+2).

Die Treffer gegen Ende der Begegnung kamen laut Hiddink nicht von ungefähr. "In Rückstand zu geraten, gehörte natürlich nicht zum Plan. Aber wir wussten, dass sie zum Schluss Probleme bekommen. Wir haben das Testspiel der Japaner gegen Deutschland, bei dem sie am Ende auch die Tore bekommen hatten, genau analysiert. Wir haben gewusst, dass wir sie am Ende kriegen können", erläuterte Hiddink.

Mit dem Erfolg bastelt der Coach, der 1998 mit seinem Heimatland und vor vier Jahren mit Südkorea jeweils das WM-Halbfinale erreicht hatte, weiter an seiner persönlichen Erfolgsgeschichte. Danach sah es zunächst allerdings nicht aus, denn der ägyptische Schiedsrichter Essam El Fatah wäre für die Australier fast zu "El Fatal" geworden. Der Unparteiische übersah bei der Führung der Japaner durch Shunsuke Nakamura (26.) ein klares Foul an Australiens Torwart Mark Schwarzer.

Schiedsrichter sah den Fehler ein

Selbst der Schiedsrichter sah seinen Fehler offenbar ein. "Er ist ein paar Minuten nach der Szene zu mir gekommen und hat sich entschuldigt, weil er gemerkt hatte, dass es ein Foul war", sagte der deutschstämmige Schwarzer, dessen komplette Familie das Spiel auf der Tribüne verfolgt hatte.

"Der Schiedsrichter kann Gott danken, dass wir noch gewonnen haben", meinte Hiddink mit einem Augenzwinkern. Direkt nach dem Treffer hatte der Trainer noch an der Seitenlinie getobt und sich mit dem vierten sowie fünften Unparteiischen angelegt. Auf Grund des Erfolgs kommentierte Hiddink nach der Partie die Szene entsprechend locker: "Ich entschuldige mich dafür. Aber nicht ganz, nur ein bisschen."

Hiddinks Gegenüber Zico, der als Ziel für sein Team das Halbfinale ausgegeben hatte, suchte nicht nach Entschuldigungen für die Pleite des Asienmeisters. "Wir haben aus der Führung zu wenig gemacht. Wenn man vorne die Dinger vergibt, bekommt man sie eben hinten rein. Unsere vielen individuellen Fehler waren der Grund für die Niederlage", erklärte der frustrierte Brasilianer.

Schwer enttäuscht war auch der zukünftige Frankfurter Angreifer Naohiro Takahara: "Es tut mir vor allem für unsere Fans Leid. Es sind so viele hier hergekommen und die sind jetzt alle traurig." Ganz im Gegensatz zu mehreren Tausend mitgereisten "Aussie"-Fans ohne Karte, die sich während der Partie zu einer spontanen Party auf dem Stiftsplatz versammelt hatten.

© SID

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