Drastsche Strafen geplant
Zwanziger begrüßt Fifa-Vorgehen gegen Rassismus

Theo Zwanziger hat die Ankündigung des Fußball-Weltverbandes Fifa begrüßt, seine vor vier Wochen verschärften Rassismus-Strafen bereits bei der bevorstehenden Weltmeisterschaft anzuwenden.

dpa FRANKFURT/MAIN. Theo Zwanziger hat die Ankündigung des Fußball-Weltverbandes Fifa begrüßt, seine vor vier Wochen verschärften Rassismus-Strafen bereits bei der bevorstehenden Weltmeisterschaft anzuwenden.

"Wir unterstützen das", sagte der Geschäftsführende Präsident des Deutschen-Fußball-Bundes (DFB) der dpa. Allerdings sei auch "Augenmaß und Fingerspitzengefühl" gefragt. Die neue Regel sieht unter anderem "beim ersten Zeichen von Rassismus" den Abzug von drei Punkten vor. Für den Club-Fußball soll sie erst mit Beginn der neuen Meisterschaftssaison gültig werden.

Fifa-Präsident Joseph Blatter hatte in einem Interview mit dem englischen Sender Sky TV angekündigt, die vom Exekutivkomitee am 18. März verabschiedeten drakonischen Strafen bereits bei der WM vom 9. Juni bis 9. Juli anzuwenden. Danach drohen Vereinen, in deren Arenen es zu rassistischen Vorfällen kommt, künftig Punkteabzüge, Spielsperren und im Wiederholungsfall sogar Zwangsabstiege. Beim ersten Vergehen können drei Punkte abgezogen werden, im Wiederholungsfall sechs Punkte und bei jedem weiteren Vergehen Strafen bis zum Wettbewerbsausschluss eines Teams.

Die Fifa hat die Kontinentalorganisationen und deren Mitgliedsverbände verpflichtet, die neuen Strafbestimmungen in ihr Reglement aufzunehmen. Die Rechtmäßigkeit des Vorgehens gegen Rassismus bereits bei der WM in Deutschland will sich Blatter beim Fifa-Kongress am 7. und 8. Juni in München bestätigen lassen.

"Wir dürfen Rassismus nicht nur verbal verurteilen. Deshalb unterstützen wir die Härte des Vorgehens der Fifa. Rassismus ist ein schleichendes Gift", sagte Zwanziger. Der DFB-Präsident ist sicher, dass der Weltverband beim ersten Anwenden der drakonischen Regel "den richtigen Beurteilungsmaßstab ansetzen wird. Kluge Richter wenden die Regeln der Verhältnismäßigkeit an".

In der letzten Zeit hatte es in einer Reihe europäischer Länder zunehmenden Rassismus in Fußball-Stadien gegeben. Ziel von verbalen Ausschreitungen waren besonders afrikanische Spieler.

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