Drei Bundesligisten unter Top 20
Real bleibt Geldmaschine des europäischen Fußballs

Real Madrid ist weiter der umsatzstärkste Fußball-Club der Welt. Wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Rangliste der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte hervorgeht, führen die „Königlichen“ die Tabelle vor dem Erzrivalen FC Barcelona an. Insgesamt nahm Real 292,2 Mill. Euro in der Saison 2005/2006 ein. Unter den Top 20 rangieren auch drei Bundesligisten.

dpa DÜSSELDORF/MANCHESTER. Während der FC Bayern München gegenüber der Vorsaison mit einem Umsatz von 204,7 Mill. Euro um einen Rang auf den achten Platz zurückfiel, blieb Schalke 04 an 14. Stelle. Auch Bundesliga-Schlusslicht Hamburger SV ist auf Rang 16 vertreten.

Neben den drei Bundesligisten sind in der Rangliste acht englische Clubs, vier Vereine aus der italienischen Serie A, zwei Clubs aus Spanien sowie jeweils ein Club der französischen, portugiesischen und der schottischen Liga. Insgesamt erwirtschafteten die 20 umsatzstärksten Clubs der Vorsaison laut der Erhebung einen Gesamtumsatz von fast 3,35 Mrd. Euro und steigerten damit ihre Erlöse um durchschnittlich 9,8 Prozent gegenüber der Vorsaison.

Wie rentabel die Clubs arbeiten, geht aus dem Ranking allerdings nicht hervor. „Die Einnahmen eines Proficlubs dürfen nicht allein zur Beurteilung der wirtschaftlichen Lage eines Vereins herangezogen werden, denn die Kostenseite und damit die Fähigkeit, ein positives Ergebnis zu erzielen, sind nicht zu vernachlässigen“, sagt Stefan Ludwig von Deloitte. „Dennoch stellen die Umsätze einen Indikator für das wirtschaftliche Potenzial des Vereins dar, das im Optimalfall durch ein konsequentes Kostenmanagement begleitet wird.“

Hinter Real machte Champions-League-Sieger FC Barcelona einen großen Sprung von Platz sechs auf zwei. Der HSV schaffte erstmals seit der Saison 2000/01 mit einem Umsatzwachstum von etwa 36 Prozent auf 101,8 Mill. Euro wieder den Sprung unter die Top 20. „Mit drei Clubs unter den Top 20 und weiteren vier Vereinen mit Einnahmen zwischen 60 und 85 Mill. Euro bestätigt die Bundesliga ihre positive wirtschaftliche Entwicklung“, sagt Stefan Ludwig.

Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge, der die Umsatz-Rangliste im vergangenen Jahr wegen der fehlenden Aussagekraft als „Blödsinn“ kritisiert hatte, beklagte in einem Interview die finanziellen Nachteile des deutschen Rekordmeisters gegenüber der internationalen Konkurrenz. „Bayern ist in Deutschland das Maß aller Dinge, international aber nicht. Real Madrid bekommt an TV-Geldern 159 Mill. Euro, wir 25 Mill. - da kriegt in England der Tabellen-Sechzehnte mehr“, sagte Rummenigge der „TV Movie“. „In diesem Umfeld sind wir eine kleine Mickymaus."

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