Drohende Fifa-Sperre
Niersbach wehrt sich mit allen Rechtsmitteln

Die Ethikkommission der Fifa erwägt eine Sperre gegen Wolfgang Niersbach. Der ehemalige DFB-Präsident ist noch aktiver Uefa-Funktionär – und wehrt sich mit allen Mitteln. Niersbach sieht zudem seine Ehre verletzt.

ZürichDer frühere DFB-Präsident Wolfgang Niersbach will mit allen Mitteln gegen eine drohende Sperre durch die Fifa-Ethikkommission vorgehen. Einen möglichen Verzicht auf seine Ämter beim Fußball-Weltverband und der Uefa ließ er in einer schriftlichen Stellungnahme am Freitag unerwähnt.

Es sei für ihn „eine Frage der Ehre und zur Wahrung meiner persönlichen Rechte erforderlich, diesem Antrag mit allen möglichen Rechtsmitteln entgegenzutreten“, teilte Niersbach auf Anfrage mit. „Auch angesichts der Tatsache, dass ich mit meinem Rücktritt als DFB-Präsident im November 2015 bereits politische Verantwortung übernommen habe, steht meines Erachtens eine Sperre, die faktisch einem weltweiten Berufsverbot im Fußball gleichkommt, sowie die Höhe der beantragten Geldstrafe in keinem Verhältnis zu dem mir gemachten Vorwurf.“

Die Untersuchungskammer der Fifa-Ethikkommission fordert einen Bann von zwei Jahren gegen den damaligen Vizechef des Organisationskomitees der Weltmeisterschaft in Deutschland. Die Rechtsprechende Kammer eröffnete ein offizielles Verfahren.

Der 65 Jahre alte Niersbach war im Zuge des WM-Skandals zwar als Präsident des Deutschen Fußball-Bundes zurückgetreten, sitzt als deutscher Vertreter aber noch immer im Council der Fifa und im Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union Uefa.

Die Forderung der Ermittler bezeichnete Niersbach als „nicht nachvollziehbar, insbesondere im Vergleich zu anderen Sachverhalten, in denen die Rechtsprechende Kammer der Ethik-Kommission Urteile dieser Härte in Zusammenhang mit Vorteilsnahme und Korruption ausgesprochen hat“. Die Ermittler unter dem Vorsitz des Schweizers Cornel Borbély werfen Niersbach Verstöße gegen vier Paragrafen des Fifa-Ethikcodes vor: allgemeine Verhaltensregeln, Loyalität, Anzeige- sowie Mitwirkungs- und Rechenschaftspflicht und Interessenskonflikte.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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