Drohendes EM-Aus
Ohne Holland wär hier gar nix los

Die Niederlande können das Aus in der EM-Qualifikation kaum noch abwenden. Man könnte „Ohne Holland fahr’n wir zu EM“ singen. Fußball-Fans sollten jedoch einige Gründe berücksichtigen, warum es mit Oranje besser wäre.

DüsseldorfDie Niederlande stehen vor dem Aus. Natürlich nur fußballerisch, nicht als Nationalstaat oder Gesamtkunstwerk. Die, an ihrer Einwohnerzahl gemessen, kleine Fußballnation hat nur noch rechnerische Chancen, sich für die Europameisterschaft 2016 in Frankreich zu qualifizieren. Die Niederlande sind in der Qualifikationsgruppe A nur Vierter, hinter der Türkei sowie den bereits den bereits qualifizierten Tschechen und Isländern. Einzig auf die Playoffs darf Orange noch hoffen, dazu müssten die Türken in jedem Fall gegen Island verlieren. Und die Holländer Tschechien schlagen.

Nur größte Optimisten glauben noch an ein Turnier mit den Nachbarn aus dem Westen. Doch ist Häme angebracht? Einige Gründe dafür, warum eine EM mit Holland besser ist.

Die Fans

Wo auch immer die niederländische Nationalmannschaft anreist: Sie bringt Schlachtenbummler im großen Stil mit. Tausende holländische Fans begleiten das Team, gerade zu den großen Turnieren. Bei der WM in Brasilien gab es, wie bezeichnend, sogar ein ganzes Campinglager der mitgereisten Fans.

Die Niederländer zeichnen sich vor allem durch drei Eigenschaften aus: gute Laune, großen Durst und knallige Kostüme. Kommt Oranje, tauchen die Fans das Stadion in Orange. Da sind dann holländische Meisjes zu sehen, gerne auch mal männlichen Ursprungs.  

Berühmt sind auch die Musik-Trucks mit denen die Fans die Spielorte beglücken. So sorgt ein eigener DJ auch in den entferntesten Städten für Polonaisen und Schunkeleinlagen. Verkleidet als Tante Antje oder im orangen Frack ziehen die Fans  durch die Straßen. Und sorgen für Aufsehen – so wie Ben Oude-Kamphuis, der mit seinem Fan-Oldtimer während der WM in Brasilien durchs Land gereist ist.    

Und dann, so ein rheinischer Grundsatz, muss man auch gönnen können: Die Mitreisenden sammeln seit Jahrzehnten Groundhopping-Punkte in den Stadien der Welt.

Europas Beste müssen dabei sein

2016 treten bei einer Fußball-Europameisterschaft erstmals 24 Mannschaften (statt 16) bei einer Endrunde an. Fast die Hälfte der 54 Nationalverbände ist damit vertreten. Deutschland ist knapp noch hinein gerutscht, auch Spanien, Frankreich, England, Portugal, Italien und Belgien sind dabei, daneben Fußballgrößen wie Nordirland, Island, Albanien und natürlich Österreich.

Die Niederlande sind einer von nur neun Europameistern. 1988 holte das Team den bisher einzigen Titel überhaupt für das Land. Seit Jahrzehnten gelten die Niederländer immer als Mitfavorit. Zuletzt zeigten die Mannschaften zwar nicht mehr den rauschhaften „Voetbal totaal“ der Vergangenheit, aber Holland allein auf die EM-Qualifikation zu reduzieren würde das Potenzial der Mannschaft verkennen.

Oranje hat noch bei fast jedem Turnier sportlich das Teilnehmerfeld bereichert. In Kombination mit oben genannten Fans ist so eine EM einfach ärmer. Man denke nur an den Vorstoß ins WM-Finale 2010 oder den herrlichen Flugkopfball Robin van Persies bei der Weltmeisterschaft in Brasilien.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%