Druck auf Bundestrainer wird stärker
Klinsmann-Abwesenheit wird zum Politikum

Die Kritik an Fußball-Bundestrainer Jürgen Klinsmann wird immer lauter: Politiker von Union, SPD und FDP schlossen sich der Forderung von Franz Beckenbauer an, Klinsmann solle die Vorbereitungszeit bis zur Weltmeisterschaft in Deutschland verbringen. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble stellte sich dagegen hinter Klinsmann. Der Bundestrainer selbst wies jegliche Kritik an seinem Verhalten zurück.

HB PASSAU. "Schließlich steht bei der Weltmeisterschaft viel für Deutschland auf dem Spiel", sagte der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Ernst Hinsken (CSU), der "Passauer Neuen Presse". Klinsmann solle mehr Präsenz in der Bundesrepublik zeigen.

Der Bundestrainer war nach der 1:4-Schlappe der deutschen Nationalmannschaft in Italien wieder in seine Wahlheimat Kalifornien zurückgeflogen. Dadurch verpasste er auch den WM-Workshop in Düsseldorf, an dem die meisten Trainer der WM-Nationen teilnahmen. Klinsmann wurde dort von seinem Assistenten Joachim Löw und Team-Manager Oliver Bierhoff vertreten. Bei dem Treffen geht es vor allem um organisatorische Fragen im Vorfeld des Turniers.

Beckenbauer hatte bereits am Montag ungewöhnlich scharfe Kritik an Klinsmanns Abwesenheit geäußert: "Er hätte die Pflicht zur Teilnahme gehabt. Und so viele Pflichttermine hat er ja nicht." Er selbst habe Klinsmann mehrfach aufgefordert, die Hauptzeit vor der WM in Deutschland zu verbringen. "Aber es macht keinen Sinn, mit ihm darüber zu reden."

Auch der Vertreter der CSU im Sportausschuss des Bundestages, Stephan Mayer, betonte: "Der Bundestrainer wäre gut beraten, jetzt hier zu sein." Es wäre ein Gebot der Gastfreundschaft gewesen, die Trainer aus aller Welt zu begrüßen. Die Weltmeisterschaft sei ein Ereignis von nationaler Bedeutung. Das müsse auch dem Bundestrainer klar sein. "Herr Klinsmann muss jetzt seine privaten Interessen bis zur WM zurückstellen", forderte Mayer.

SPD-Innenexperte Dieter Wiefelspütz attackierte den Deutschen Fußball-Bund: "Der DFB hätte sich niemals darauf einlassen dürfen, dass der Bundestrainer ein Megaereignis wie die WM aus Kalifornien betreut." Alle Funktionäre hätten dies gewusst. Wenige Tage vor Beginn des Turniers sei es nun für Änderungen zu spät.

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