Durchsuchungen in Gelsenkirchener Rathaus
Schalke will nichts zu verbergen haben

Im Zuge der Ermittlungen gegen den Fußball-Bundesligisten Schalke 04 hat die Staatsanwaltschaft Essen das Gelsenkirchener Rathaus am Mittwoch mit 30 Beamten durchsucht. Sie fahndeten nach Unterlagen, die im Zusammenhang mit der Übertragung des Parkstadions von der Stadt Gelsenkirchen an den Verein Schalke 04 stehen sollen. Bei den „Knappen“ gibt man sich betont gelassen.

mp/sid GELSENKIRCHEN. Die Beamten hätten nach allem gefahndet, was auch nur „im Entferntesten mit dem Grundstücksverkauf zu tun hatte“, bestätigte der Sprecher der Stadt, Martin Schulmann. Im Gelsenkirchener Rathaus sei man auf die Aktion nicht vorbereitet gewesen, die Stadt wolle aber eng mit den Ermittlungsbeamten zusammenarbeiten, sagte Schulmann. „Wir haben ja nichts zu verstecken“.

„Lass' sie doch ermitteln. Sie können von mir aus alles durchsuchen“, sagte Schalkes Finanzvorstand Josef Schnusenberg. „Wir haben nichts zu verbergen und sind uns keiner Schuld bewusst.“ Auch Trainer Mirko Slomka gab sich gelassen: „Ich bin mir sicher, dass der Vorstand um Josef Schnusenberg seine Arbeit richtig gemacht hat.“

Im Jahr 2003 hatte die Kommune das Grundstück im Stadtteil Buer-Erle für einen Euro an Schalke verkauft, den Verkehrswert des Areals aber mit einer Million Euro beziffert. Schalke gründete daraufhin die Parkstadion GmbH und bewertete das Grundstück im Jahresabschluss 2003 mit 15,6 Millionen Euro.

Die Schalker hätten im Geschäftsjahr 2003 einen Verlust von über 19 Millionen Euro ausweisen müssen und dieses nur durch die großzügige Bewertung des Parkstadion-Areals verhindert. Fraglich, ob die Deutsche Fußball Liga (DFL) dem Traditionsverein unter diesen Umständen die Lizenz für die Saison 2004/05 erteilt hätte.

Inzwischen haben sich auf dem Grundstück mit dem Reha-Zentrum „medic.os AufSchalke“ und dem Viersterne-Hotel „Courtyard by Marriott“ zwei Großprojekte angesiedelt, zur weiteren Erschließung des Geländes ist der „Arena Park“ in Planung.

Bereits vor rund fünf Monaten leitete die Staatsanwaltschaft Essen aufgrund des Verdachts der Bilanzfälschung und der Insolvenzverschleppung unter dem Aktenzeichen 301 AR 48/06 ein Vorermittlungsverfahren gegen den Klub ein.

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