Dwight Yorke
Letzte Chance mit 34 Jahren

Trinidad und Tobagos einziger Star, Dwight Yorke, hat 18 Jahre nach der knapp verpassten Teilnahme endlich die Chance auch auf sein erstes WM-Spiel. Das jetzige Turnier wird für den Sturm-Oldie gleichzeitig auch die letzte Möglichkeit sein, diesen Traum noch wahr werden zu lassen.

HB DORTMUND. Fast hätte Dwight Yorke seine erste Weltmeisterschaft schon mit 18 Jahren gespielt. Der Stürmer aus Trinidad und Tobago wurde im Qualifikationsspiel zur WM 1990 gegen die USA eingewechselt, schon ein Unentschieden hätte für die Teilnahme in Italien gereicht. Doch Amerika gewann 1:0 und der Inselstaat musste noch einmal 16 Jahre auf seinen ersten Auftritt auf der Weltbühne des Fußballs warten.

Dieses Mal war Yorke, der mit Manchester United 1999 beim Gewinn der Champions League seinen Karriere-Höhepunkt erlebt hat, eine der Stützen in der Qualifikation für das Turnier in Deutschland. "Ich hatte eine große Zeit bei Manchester. Ich bin sehr glücklich, dass ich damals dabei sein durfte", sagt Yorke, "aber die Qualifikation für eine Weltmeisterschaft ist das Größte."

Trainer Leo Beenhakker holte den Stürmer, der inzwischen beim FC Sydney seine Karriere ausklingen lässt, ins Nationalteam zurück. Der Niederländer hatte den kleinen Karibikstaat mit nur einem Punkt in der WM-Qualifikation im April 2005 übernommen und schaffte das schier Unmögliche. Als das Endrunden-Ticket am 16. November gelöst war, herrschte der Ausnahmezustand im Land. Der Tag danach wurde sogar zum Feiertag erhoben. "Gott ist ein Trini", glauben die fußball- verrückten Menschen im Land seither.

"Wenn man später auf seine Karriere zurückblickt, zählt eine WM enorm. Für unser kleines Land mit nur 1,3 Millionen Einwohnern ist es ein großer Schritt, überhaupt dabei zu sein", sagt der 34-Jährige, der jahrelang bei Großereignissen seinen Teamkollegen von Aston Villa und Manchester United nur im Fernsehen zuschauen konnte. Manchmal habe er sich sogar gewünscht, als Engländer auf die Welt gekommen zu sein, bekannte der Angreifer. Lob erhielt er vom schwedischen Nationalspieler Olof Mellberg, dem er am Samstag in Dortmund im ersten Spiel der Gruppe B gegenüberstand: "Er ist sehr trickreich, kann gut mit dem Ball umgehen. Ich habe schon oft gegen ihn gespielt", erzählte der Profi von Aston Villa.

Weil Dwight Yorke zurückkehrte, konnte auch der erfahrene Spielmacher Russell Latapy nicht Nein sagen, als Beenhakker anrief. "Dwight war der Grund, warum ich zurückkam. Ich habe erkannt, dass es die letzte Chance ist, einen lebenslangen Traum zu verwirklichen", sagte der bereits 37-Jährige vom schottischen FC Falkirk.

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