Ebola

Die Seuche bedroht den Fußball in Afrika

Marokko hat Angst vor Ebola. Der Gastgeber des Afrika-Cups möchte daher das größte Fußball-Event auf dem Kontinent verschieben. Denn viele Spieler und Fans kommen aus der Region, wo die Seuche gerade wütet.
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Die Ebola-Angst im Profi-Fußball
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Das Sinnbild des afrikanischen Fußballprofis in Europa: Der Kapitän der Elfenbeinküste Didier Drogba. Sein Heimatland gilt als ebolafrei, allerdings ist fraglich wie lange noch. Denn die ivorischen Behörden und die Weltgesundheitsorganisation fürchten, der Erreger könnte bald aus dem von der Infektionskrankheit gebeutelten Nachbarland Liberia eingeschleppt werden.

Borussia Dortmund's Aubameyang celebrates his goal against Schalke 04 during their Bundesliga German first league soccer match in Gelsenkirchen
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Borussia Dortmunds gabunischer Angreifer Pierre-Emerick Aubameyang: Regelmäßig spielt der in Frankreich geborene Afrikaner für sein Heimatland bei der Qualifikation zum Afrika-Cup. Dortmunds Trainer Klopp macht sich Sorgen um seinen Spieler: „Wenn man sieht, welche Staaten betroffen sind, ist das keine Situation, in der man über Sport sprechen sollte.“

Ghana's Ayew celebrates his goal during their 2014 World Cup Group G soccer match against Germany at the Castelao arena in Fortaleza
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Ghanas Andre Ayew feiert sein Tor beim Gruppenspiel gegen Deutschland bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien: Die am meisten von der Epidemie betroffenen Länder – Sierra Leone, Liberia und Guinea – dürfen seit August ihre Qualifikationsspiele für den Afrika-Cup nicht mehr zu Hause austragen.

huGO-BildID: 37682724 Ghana's Kevin-Prince Boateng looks up as he eyes the ball during the group G World Cup soccer match between Germany and Gh
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Kevin-Prince Boateng im Trikot der ghanaischen Nationalmannschaft: Es herrscht eine gewisse Ratlosigkeit, wie genau die gesundheitliche Gefahrenlage durch Ebola für den internationalen Fußball in Afrika einzuschätzen ist. Ohne Experteneinschätzungen werden diffuse Ängste schnell zur Panikmache eingesetzt. Die Qualifikationsspiele zum Afrika-Cup 2015 in Marokko leiden darunter massiv.

Nigeria's John Obi Mikel dribbles past Malawi's Robert Ngambi during their 2014 World Cup qualifying soccer match in Calabar
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Nigerias John Obi Mikel (r.) dribbelt Malawis Robert Ngambi im Qualifikationsspiel zur Afrikameisterschaft aus: Bei den derzeit laufenden Spielen kam es zu bizarren Szenen. Spieler verweigerten den obligatorischen Handschlag, wollten ihr Trikot nicht tauschen oder Spieler aus von Ebola betroffenen Ländern wurden von Fans des Gegners verbal attackiert.

Ivory Coast's Yaya Toure after the match against Democratic Republic of Congo
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Yaya Touré im Qualifikationsspiel gegen die Mannschaft der Demokratische Republik Kongo in Abidjan: Einige Nationalmannschaften unterliegen einer besonderen medizinischen Beobachtung.

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Kameruns Kapitän Samuel Eto'o: Das Qualifikationsspiel zwischen Sierra Leone und Kamerun Anfang Oktober geriet zum Spießrutenlauf der sierra-leonischen Nationalmannschaft. „Ebola, Ebola“, riefen gegnerische Fans im Stadion gehässig. Gegnerische Spieler verweigerten den Handschlag, aus dem ursprünglich gebuchten Hotel wurde die Mannschaft ausquartiert – Gäste hatten die Polizei gerufen. Aus Angst vor Ebola.

JohannesburgSie liegt tief im Westen des schwarzen Kontinents, in einem knapp 1500 Kilometer breiten Küstenstreifen zwischen der Elfenbeinküste und dem ölreichen Golf von Guinea: Afrikas derzeitige Fußballhochburg. „Die Ecke ist das, was der Ruhrpott für Deutschland ist“, meint der südafrikanische Fußballexperte Marc Gleason.

„Ähnlich dicht ist die Fußball-Kompetenz nirgendwo anders in Afrika geballt.“ Gleich vier der fünf afrikanischen Teams, die sich für die WM 2014 in Brasilien qualifiziert hatten, kamen aus Westafrika: Kamerun, die Elfenbeinküste, Ghana und Nigeria. Als einziges anderes Team aus Afrika war noch Algerien dabei; Süd-und Ostafrika waren fußballerisch in Brasilien überhaupt nicht vertreten.

Was eigentlich Anlass zum Stolz sein sollte, ist nun für den Afrika-Cup, der in drei Monaten in Marokko stattfinden soll, zu einer schweren Hypothek geworden: Die Angst der Nordafrikaner, dass sie sich mit den vielen starken Teams aus Westafrika womöglich auch den Ebola-Virus ins Land holen könnten, ist riesengroß.

Schließlich sorgt die Seuche derzeit in gleich drei westafrikanischen Ländern für chaotische Zustände. Fast 5000 Menschen sind in Sierre Leone, Guinea und Liberia dem Virus bereits zum Opfer gefallen – und die jüngsten Projektionen deuten eher auf eine Verschärfung der Lage hin.

Genau deshalb hat Marokko nun das eigentlich Undenkbare getan und den Afrikanischen Fußballverband (CAF) gebeten, das Turnier um bis zu einem Jahr zu verschieben. Auf diese Weise hofft der Mittelmeeranrainer Zeit im Kampf gegen die Epidemie zu gewinnen. Sollte eine Verschiebung nicht zustande kommen, erwägt Marokko einen kompletten Rückzug als Gastgeber des prestigeträchtigen Turniers.

Die sportlichen Auswirkungen eines solchen Verzichts wären wohl gravierend: Neben einer saftigen Geldstrafe droht dem Nationalteam eine internationale Sperre. Auch würde das Land die automatische Qualifikation für das Turnier sofort verlieren.

Die Besucherströme sind unkontrollierbar
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