Ebola
Die Seuche bedroht den Fußball in Afrika

Marokko hat Angst vor Ebola. Der Gastgeber des Afrika-Cups möchte daher das größte Fußball-Event auf dem Kontinent verschieben. Denn viele Spieler und Fans kommen aus der Region, wo die Seuche gerade wütet.
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JohannesburgSie liegt tief im Westen des schwarzen Kontinents, in einem knapp 1500 Kilometer breiten Küstenstreifen zwischen der Elfenbeinküste und dem ölreichen Golf von Guinea: Afrikas derzeitige Fußballhochburg. „Die Ecke ist das, was der Ruhrpott für Deutschland ist“, meint der südafrikanische Fußballexperte Marc Gleason.

„Ähnlich dicht ist die Fußball-Kompetenz nirgendwo anders in Afrika geballt.“ Gleich vier der fünf afrikanischen Teams, die sich für die WM 2014 in Brasilien qualifiziert hatten, kamen aus Westafrika: Kamerun, die Elfenbeinküste, Ghana und Nigeria. Als einziges anderes Team aus Afrika war noch Algerien dabei; Süd-und Ostafrika waren fußballerisch in Brasilien überhaupt nicht vertreten.

Was eigentlich Anlass zum Stolz sein sollte, ist nun für den Afrika-Cup, der in drei Monaten in Marokko stattfinden soll, zu einer schweren Hypothek geworden: Die Angst der Nordafrikaner, dass sie sich mit den vielen starken Teams aus Westafrika womöglich auch den Ebola-Virus ins Land holen könnten, ist riesengroß.

Schließlich sorgt die Seuche derzeit in gleich drei westafrikanischen Ländern für chaotische Zustände. Fast 5000 Menschen sind in Sierre Leone, Guinea und Liberia dem Virus bereits zum Opfer gefallen – und die jüngsten Projektionen deuten eher auf eine Verschärfung der Lage hin.

Genau deshalb hat Marokko nun das eigentlich Undenkbare getan und den Afrikanischen Fußballverband (CAF) gebeten, das Turnier um bis zu einem Jahr zu verschieben. Auf diese Weise hofft der Mittelmeeranrainer Zeit im Kampf gegen die Epidemie zu gewinnen. Sollte eine Verschiebung nicht zustande kommen, erwägt Marokko einen kompletten Rückzug als Gastgeber des prestigeträchtigen Turniers.

Die sportlichen Auswirkungen eines solchen Verzichts wären wohl gravierend: Neben einer saftigen Geldstrafe droht dem Nationalteam eine internationale Sperre. Auch würde das Land die automatische Qualifikation für das Turnier sofort verlieren.

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