Ehefrau Teresa spricht
Depressionen trieben Robert Enke in den Tod

Robert Enke litt vor seinem Selbstmord mehrere Jahre an schweren Depressionen. Das berichteten die Witwe des Fußball-Nationaltorwarts Teresa Enke und der behandelnde Arzt Valentin Markser am Mittwoch in Hannover.
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HB HANNOVER. Erstmals habe er sich im Jahr 2003 in Behandlungen begeben, erklärte der Kölner Mediziner auf einer Pressekonfeenz von Hannover 96. Damals habe Enke bei seinen Engagements im Ausland unter Versagensängsten gelitten. Enkes Zustand habe sich dann stabilisiert. Bis kurz vor seinem Tod habe der Bundesliga-Profi unter medizinischer Betreuung gestanden.

Anfang Oktober habe sich der Sportler wieder bei ihm gemeldet, weil er im Zuge einer rätselhaften Virusinfektion, die ihn auch die Teilnahme an den WM-Qualifikationsspielen gegen Russland und Finnland kostete, zunehmend in eine Krise geraten sei. Nach intensiver ambulanter Behandlung sei ihm aber die Rückkehr ins Training und die Mannschaft gelungen. Enke habe seine Krankheit geheim halten wollen, um sein Privatleben zu schützen und seine Karriere als Fußball-Profi nicht zu gefährden. "Ich habe versucht, für ihn da zu sein", sagte Teresa Enke.

Robert Enke habe es abgelehnt, sich in stationäre Behandlung zu begeben und dies damit begründet, dass es ihm besser gehe, sagte Markser. Noch am Tag seines Selbstmords habe er sich so gegenüber dem Chefarzt einer Klinik geäußert. In seinem Abschiedsbrief habe Enke sich bei Angehörigen und Ärzten dafür entschuldigt, dass er sie in den letzten Tage seines Lebens bewusst über seinen wahren Zustand getäuscht habe. Eine Zwangseinweisung in eine geschlossene Einrichtung war nach Einschätzung Marksers aus medizinischer Sicht nicht geboten, weil sich Enke immer von Selbstmordgedanken distanziert habe.

Teresa Enke gab unter Tränen einen sehr persönlichen Einblick in das Leben der vergangenen Jahre. Die Zeiten seiner akuten Depressionen seien schwer gewesen. Ihrem Mann habe zuletzt der Antrieb gefehlt. Es sei belastend gewesen, die Probleme nicht in die Öffentlichkeit zu tragen - aus Angst, Sport, Privatleben und alles zu verlieren. "Wir dachten, wir schaffen alles. Wir dachten halt auch, mit Liebe geht das. Man schafft es aber doch nicht", sagte sie.

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  • Wir Menschen haben den „Lieben Gott“

    zu einem Menschen gemacht, um uns
    selber zu vergöttern! Das muss einmal
    geschrieben werden, der Wahrheit wegen.


  • Meine Mutter hat sich die größte Mühe gegeben,

    mich gut zu erziehen, dem „Lieben Gott“ zu
    vertrauen, die Zehngebote zu befolgen und zu
    beten.
    Als ich in die Pubertät kam, habe ich „inbrünstig“
    gebetet. Ich wollte nicht „sündigen“, habe es aber
    doch getan! Der Jesus hat meine Gebete ignoriert!
    Das hat meine Seele verletzt und davon habe ich
    heute noch Depressionen.
    Dass habe ich überwunden, seitdem ich weiß,
    dass Jesus eine Lüge ist, von den Aposteln erfunden,
    die sich damit bis heute selber vergöttert haben,
    Wer betet bekommt keine Antwort. Wer eine will,
    muss sie sich selber geben und weil wir zu Gott
    gebetet haben, liegt es nahe, dass wir uns einbilden,
    die Antwort sei auch von Gott.
    Die Vorstellung, dass wir jemanden in Anspruch
    nehmen können, der alle Möglichkeiten hat unsere
    Wünsche zu erfüllen, ist verlockend. Wer will
    darauf schon verzichten, selbst wenn er weiß,
    dass das so ganz doch alles nicht stimmt.
    Der Jesuswahn hat also einen guten Grund!

  • Ich hatte Depressionen,

    weil der Sohn Gottes meiner Sünden wegen
    gekreuzigt wurde!
    Das hat meine Mutter mir gesagt!
    Oder hat die mich belogen? Ist der meinetwegen
    gar nicht gestorben? Ist der Sohn Gottes nie ein
    Mensch gewesen?
    Haben die Apostel die Geschichte erfunden,
    um sich selber zu vergöttern?
    Ist Gott das Leben und nie ein Mensch gewesen?
    Ich lebe wie ich denke. Denken darf ich was ich
    will, was ich mir ausgedacht habe oder was mir
    gesagt wurde. Denke ich richtig, ist es mein Vorteil,
    denke ich nicht richtig, ist es mein Nachteil, den
    ich mir nur selber vorwerfen kann und das nennt
    man Depressionen. Wenn ich also Depressionen
    habe, dann muss ich mein Denken ändern, auch
    wenn meine Mutter es mir anders gesagt hat!

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