Eine große Baustelle
Noch viel Arbeit bis zur WM

Bei der WM-Auslosung am 9.Dezember rückt Leipzig in den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit. Die Sachsen-Metropole präsentiert sich dabei von ihrer besten Seite. Der Blick hinter diese glanzvolle Fassade bleibt den meisten Menschen glücklicherweise erspart. Denn die Liste mit Problemen ist sieben Monate vor WM-Beginn mehr als lang.

HB LEIPZIG. "Mein Leipzig lob ich mir." Diese Einschätzung von Johann Wolfgang von Goethe werden die vielen Gäste aus aller Welt bei ihrer Besuchsreise zur Auslosung der Fußball-Weltmeisterschafts- Endrunde 2006 in Deutschland am 9. Dezember nur bedingt teilen. Denn die Messestadt - abgesehen vom Glanz und Glamour der weltberühmten Mädler-Passage - präsentiert sich ein halbes Jahr vor WM-Beginn als eine einzige Baustelle. Bis zum Start des Turniers, bei dem im neu erbauten Zentralstadion fünf Spiele stattfinden, wird die gesamte Infrastruktur im Stadtzentrum erneuert. Doch im Juni 2006 will Leipzig strahlen. "Bis zur WM wird an der Oberfläche bis zu 99 Prozent alles fertig sein", sagte Leipzigs Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee, der Ende des Jahres als Verkehrsminister nach Berlin wechselt.

Mit der WM-Auslosung rückt Leipzig in den Fokus der Welt-Öffentlichkeit und mit der Berücksichtigung als einzige ostdeutsche Spielstätte verliehen die WM-Organisatoren der sächsischen Metropole neue Impulse. Dabei profitiert die Stadt, in der der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am 28. Januar 1900 gegründet wurde, auch noch von den Ideen, Planungen und Geldern der gescheiterten Bewerbung für die Olympischen Spiele 2012. Denn die für Straßenbau, Restaurierung und Stadtumbau vorgesehenen Finanzen aus der Kasse des Freistaates Sachsen blieben den Leipzigern weitgehend erhalten.

So wird die gesamte Straßenführung vom Hauptbahnhof zum ebenfalls mitten in der Stadt gelegenen Zentralstadion, das seine Bewährungsproben beim Confederations-Cup und dem Liga-Pokal-Finale bestanden hat, verändert und auf die während der WM zu erwartenden Menschenströme vorbereitet. Zudem wird bis 2009 noch ein 571,62 Mill. Euro teurer U-Bahn-Tunnel vom Hauptbahnhof bis zum Bayerischen Bahnhof direkt unter der City gebohrt.

Ein richtiges WM-Flair oder gar eine Spannung ist abgesehen von den Partymeilen im Barfußgässchen oder in der Gottsched-Straße derzeit in Leipzig noch nicht zu spüren. Die Stadt an der Pleiße quält sich mit anderen Problemen herum. Die höchste Arbeitslosenquote in Sachsen, permanente Personalquerelen im Rathaus und nun noch der Wechsel von Galionsfigur Tiefensee nach Berlin belasten das Klima.

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