Einfluss von Geldgebern im Fußball
Guter Investor, schlechter Investor?

Hannover 96 gegen 1860 München: In dem Spiel geht es um mehr als Auf- und Abstieg. Hier treffen zwei Eigentümer aufeinander, die wenig gemeinsam haben – und die Debatte um Investoren im deutschen Fußball neu entfachen.
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DüsseldorfEin Jordanier entfacht die Debatte um gute und schlechte Investoren im deutschen Fußball neu. Hasan Ismaik ist zwar bereits seit 2011 hierzulande aktiv, doch in diesem Jahr fällt der Geldgeber von 1860 München erst so richtig negativ auf. Nur vordergründig geht es dabei um rüdes Verhalten gegenüber Gegnern und Journalisten.

Tatsächlich stellt sich erneut die Grundsatzfrage im deutschen Fußball: Was ist ein guter und was ein schlechter Investor? Und: Wie viel Einfluss dürfen Geldgeber auf einen Profiverein erhalten? Dürfen sie ihn am Ende sogar übernehmen? Bisher ist dies hierzulande nur in Ausnahmefällen möglich. Die Regel soll sein: Der Fußballverein gehört seinen Mitgliedern.

Ausgerechnet an diesem Samstag spielt Ismaiks Verein 1860 München gegen Hannover 96. Dort regiert seit rund 20 Jahren der Unternehmer Martin Kind, der ein ausgewiesener Gegner der geltenden Investoren-Regel (50+1) ist – genauso wie Ismaik. Im Gegensatz zu dem Jordanier genießt Kind jedoch einen ungleich besseren Ruf. Was hat Ismaik falsch gemacht?

Eine mögliche Antwort: Zu wenig Bewusstsein für die Verantwortung, die ein Engagement bei einem Traditionsverein mit sich bringt. Kind antwortet auf Nachfrage des Handelsblatts: „1860 München ist es im Jahr 2011, als Ismaik eingestiegen ist, wohl nicht gelungen, bayerische Unternehmer zu engagieren und vom Klub zu überzeugen.“ Er selbst sieht sich da besser aufgestellt: Bei Hannover 96 sind nur Unternehmer aus der Region investiert.

Dem Jordanier empfiehlt Kind, mehr auf seine Berater zu hören, die das deutsche Verbands- und Unternehmensrecht kennen. Damit spielt er auf Auseinandersetzungen mit Journalisten an, die ihre Freiheit eingeschränkt sehen. Kind dazu: „Fußball ist in Deutschland längst ein öffentliches Gut.“ Die Öffentlichkeit habe einen Anspruch auf Information. „Und das ist auch gut so.“

Ob Ismaik im Stadion von Hannover 96 auftaucht, war im Vorfeld nicht klar. Doch Kind zeigt sich schon mal großzügig: „Ich kann Hasan Ismaik, alle seine Mitarbeiter und die Vorstandschaft nur herzlich einladen, unsere Gäste zu sein. Und wenn für die Münchner ein Tor fallen sollte, dann dürfen natürlich alle nach Herzenslust jubeln“, sagte Kind dem „Münchner Merkur“.

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