Eingehende medizinische Untersuchungen
Defibrillatoren in jedem WM-Stadion

Der Fußball-Weltverband hat aus dem Tod des Kameruners Marc-Vivien Foé seine Lehren gezogen. Das Risiko eines plötzlichen Herztodes soll bei der WM minimiert werden. Dafür trifft die Fifa zahlreiche Vorkehrungen.

HB DÜSSELDORF. Die Spieler aller 32 Mannschaften bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland werden vor der Endrunde eingehend medizinisch untersucht. Überdies sollen in allen zwölf WM-Stadien so genannte Defibrillatoren bereit stehen, die bei einem Herzstillstand lebensrettend sein können. "Das ist eine große Innovation. Wir sind der erste große Sportverband, der so eine Maßnahme ergreift. Damit wollen wir ein Zeichen für die Zukunft setzen", sagte Jiri Dvorak, Chefmediziner des Weltverbandes Fifa in Düsseldorf. Die Fifa hatte Mediziner Anfang März zu einer internationalen Konferenz an den Rhein eingeladen.

Der Weltverband regierte mit diesen Vorkehrungen auf die Tragödie beim Confederations Cup 2003, als der Kameruner Nationalspieler Marc-Vivien Foé auf dem Spielfeld tot zusammengebrochen war. Die Diagnose lautete damals auf plötzlichen Herztod. Die Fifa kann allerdings von sich aus keinem Spieler die Teilnahme an der WM aus gesundheitlichen Gründen verbieten. "Dies liegt in der Verantwortung der Verbände und ihrer Ärzte", sagte Dvorak.

Die Teamärzte der 32 WM-Teilnehmer verpflichteten sich im Rahmen des Workshops in einer Erklärung, die Anti-Doping-Strategie der Fifa zu unterstützten. Während der Vorbereitungsspiele von März bis zum WM-Start am 9. Juni, aber auch in Trainingslagern werden regelmäßige Doping-Kontrollen durchgeführt. Bei der WM werden nach jeder Partie jeweils zwei Spieler einer Mannschaft zum Doping-Test gebeten.

Mit weltweit 22 000 Kontrollen pro Jahr ist die Fifa nach eigenen Angaben der Verband mit den meisten Tests. 2004 gab es dabei 88 positive Fälle, im vergangenen Jahr waren es 78. Bei den WM- Titelkämpfen 1998 und 2002 gab es keine Doping-Fälle. Dagegen verfing sich bei der WM 1994 in den USA in dem Argentinier Diego Maradona ein Superstar im Netz der Doping-Fahnder. Ihm wurde die Kokain-Einnahme nachgewiesen.

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