Einlenken im Dopingstreit
Fifa will Nationalspieler versichern

Im Streit zwischen den Profiklubs und dem Fußball-Weltverband Fifa scheint sich ein Kompromiss anzubahnen. Ein Gericht in Belgien hatte den Anspruch auf Schadensersatz gegen die Fifa in Höhe von 860 Mill. Euro abgewiesen.

ZÜRICH/BERLIN. Die G14, der Zusammenschluss der 18 europäischen Spitzenvereine, wollte diesen Betrag allein für ihre Mitglieder für die letzten zehn Jahre mit dem Argument: Das sei der Schaden an Lohnfortzahlungen, der entstanden sei, weil die Spieler verletzt von Länderspielen zurückgekehrt seien und ihren Vereinen nicht zur Verfügung gestanden haben.

Fifa-Präsident Joseph S. Blatter hat dieses Ansinnen von Beginn an abgelehnt. Jetzt machte er in Zürich den folgenden Vorschlag: "Das Problem ist, dass die Spieler bei Spielen ihrer nationalen Auswahl hinreichend versichert sein müssen. Wenn jetzt Chelsea Didier Drogba versichern will und die Elfenbeinküste die Versicherungsprämie nicht aufbringen kann, wird die Fifa oder der jeweilige Veranstalter einspringen." Das Gericht in Charleroi hat den Europäischen Gerichtshof um eine Grundsatzentscheidung gebeten, mit der in frühestens zwei Jahren zu rechnen ist. Blatter: "Wenn der Fußball nicht in der Lage ist, dieses Problem in zwei Jahren zu lösen, dann wäre es zum Verzweifeln."

Eine Lösung zeichnet sich daneben auch im Streit der Fifa mit der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) und die Annahme des Anti-Doping-Codes ab. "Wir werden unsere Satzung ein bisschen anpassen müssen, und nach dem Fifa-Kongress in München am 8. Juni sind wir dann Wada-kompatibel, und die Wada ist Fifa-kompatibel", sagte Blatter vor Journalisten in Zürich. Demnach werde die Fifa die vorgesehene Regelstrafe von zwei Jahren für Dopingsünder "im Prinzip" akzeptieren.

Einen Tag vor dem Eröffnungsspiel der Weltmeisterschaft dürften somit die Differenzen zwischen Weltverband und Wada beigelegt werden können. Im April hatte der Internationale Sportgerichtshof (CAS) ein Gutachten veröffentlicht, das nun die Grundlage für die Einigung bildete.

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