Einmaleins der Bundesliga
Die Lungen der Liga

Wer in der Bundesliga viel läuft, rennt oft hinterher und verliert am Ende. Am Sonntag zeigte sich, dass der Hase auch gegen den Igel gewinnen kann, wenn er denn seine Chancen nützt. Die Rekorde des zweiten Spieltags.
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DüsseldorfAlles wie gehabt? Borussia Dortmund führt die Tabelle der Bundesliga an, Rekordmeister Bayern München liegt nahezu gleichauf dahinter. Kommt es nach einem Jahr Pause wieder zum großen Zweikampf zwischen den Dortmundern und den Bayern? Der zweite Spieltag deutet dies an. Statistisch ist dies allerdings noch nicht erkennbar.

Beide Klubs und ihre Spieler glänzen zu Beginn der Saison weniger mit Spitzenleistungen, sondern überzeugen durch Effizienz. Das heißt: Sie lassen den Ball und den Gegner laufen. Und sie schießen im richtigen Moment die Tore. Auch das ist eine Kunst, die anderswo in der Republik sicherlich ein wenig Neid aufkommen lässt.

Die Dauerläufer der Liga: Mainz 05

Das interessanteste Spiel des zweiten Spieltags war das letzte – zumindest, wenn man auf die Statistiken von Borussia Mönchengladbach und Mainz 05 schaut und sie mit dem Rest der Liga vergleicht. Die Fohlenelf, die vergangene Woche gegen Dortmund verloren hatte, dominierte das Spiel, strahlte Sicherheit durch Passgenauigkeit aus und gewann deutlich mehr Zweikämpfe.

Die Mainzer wirkten über weite Strecken dagegen wie der Hase, dem gegen den cleveren Igel irgendwann die Puste ausgeht. Doch das passierte nicht. 125,02 Kilometer lief das Team. Das ist der mit Abstand beste Wert an den ersten beiden Spieltagen. Im Schnitt laufen die Bundesliga-Teams deutlich weniger als 120 Kilometer pro Einsatz, oft sind es nur um die 110 Kilometer.

Obwohl die Gladbacher mit 118 Kilometern eine der drei besten Laufleistungen schafften, wurden am Ende die Mainzer für ihre gewaltige Lunge belohnt. Das war gemessen an der Zahl und vor allem der Qualität der Torschüsse am Ende nicht einmal unverdient. Zudem bleibt unter dem Strich: Kein anderes Team ist an den ersten beiden Spieltagen so viel gelaufen wie die Mainzer.

Bemerkenswert ist dieser 2:1 Sieg zudem, weil der Sieger in anderer Hinsicht eher unterdurchschnittliches Niveau auf den Platz brachte. Bei der Quote der gewonnenen Zweikämpfe gehörten die Mainzer mit 44,2 Prozent zu den drei schlechtesten Teams des Spieltags. Gleiches gilt für die Ballbesitzquote von 35 Prozent. Nur Darmstadt und Hoffenheim besaßen das Spielgerät noch seltener. 

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