Eintrittskarten
Vereine kämpfen ums Ticket-Monopol

Der klassische Schwarzhändler, der seine Karte vor den Toren der Arenen an den Fan bringen möchte, hat ausgedient. Stattdessen hat sich der Internet-Handel mit sogenannten Zweittickets zu einem Millionengeschäft entwickelt. Nun streiten Online-Händler mit Profi-Klubs um das Recht, Eintrittskarten für die Fußball-Bundesliga weiterzuverkaufen.

DÜSSELDORF. Es gibt sie noch, die etwas scheuen Gestalten, die vor den Stadiontoren mit Pappschildern auf ihre Ware hinweisen. Doch der klassische Schwarzhändler ist immer seltener zu sehen. Fußball-Tickets werden kaum noch im Schutz dunkler Ecken, sondern offen und tausendfach auf den virtuellen Marktplätzen gewinnbringend weiterverkauft.

Der Handel im Internet mit „Zweittickets“, so der Fachbegriff, blüht und hat sich zu einem Millionen-Geschäft entwickelt – insbesondere in Deutschland, wo die Bundesliga mehr Zuschauer anzieht als jede andere europäische Spielklasse. Begegnungen auf Schalke oder in München sind meist lange im Voraus ausverkauft. Knappe Fußballkarten werden zu Spekulationsobjekten: Teilweise kosten Tickets 200 bis 300 Euro – manchmal allerdings auch weniger als der Originalpreis.

E-Commerce-Firmen machen sich das zunutze: Seatwave und Viagogo, beide im Konzert-Ticket-Business groß geworden, reklamieren beide für sich, Europas Branchenführer auf dem Zweitticket-Markt zu sein. Zehn Prozent des Kartenpreises zahlt der Verkäufer und 15 Prozent der Käufer an die Marktplatzbetreiber, so die übliche Praxis. Man garantiere dafür absolute Sicherheit und Transparenz, sagen die Branchenvertreter. „Sollte es tatsächlich mal Probleme geben, dann gibt es auf jeden Fall das Geld zurück“, versichert Viagogo-Deutschland-Chef Daniel Nathrath.

Seatwave-Chef Joe Cohen spricht von rund 300 000 Bundesliga-Karten, die pro Saison allein auf seinem Portal den Besitzer wechseln. Das ist beachtlich, gemessen an den rund fünf Millionen Tageskarten, die für Erstligaspiele pro Saison in den freien Verkauf gehen. Wenn bei Spitzenspielen zehn bis 15 Prozent der Tickets doppelt vertickt werden, kann das die Klubs nicht kalt lassen.

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