Eiszeit beim HSV
Vorstandschef Beiersdorfer wackelt

Der HSV-Absturz findet kein Ende. Lösungen werden verzweifelt gesucht. Jetzt, so heißt es, will der Aufsichtsrat über die Zukunft von Vorstandschef Beiersdorfer befinden - trotz öffentlicher Treuebekenntnisse.
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Zum Wintereinbruch in Hamburg mit anhaltendem Schneefall passt die eisige Stimmung beim HSV. Der schlechteste Start in der Geschichte des Bundesligisten mit acht Niederlagen und ohne Sieg in zehn Spielen hinterlässt nur noch Wut bei den Fans und Verzweiflung in der Vereinsführung. Jetzt soll die Rolle des Vereinsvorsitzenden Dietmar Beiersdorfer in der desaströsen Lage hinterfragt werden.

Nach Informationen der „Hamburger Morgenpost” lädt der Aufsichtsrat Beiersdorfer zum Rapport, um über seine Zukunft zu befinden. Für eine Amtsenthebung würde im sechsköpfigen Aufsichtsrat eine einfache Mehrheit reichen. Allerdings hatte der Aufsichtsratsvorsitzende Karl Gernandt vor wenigen Tagen gesagt: „Wir sind definitiv nicht auf der Suche nach einem Vorstandsvorsitzenden.” Das war aber vor der 2:5-Niederlage gegen Borussia Dortmund.

Anders als in früheren Jahren, als der Aufsichtsrat als Club der Ahnungslosen verhöhnt wurde und Interna zuhauf ausplauderte, hält sich das jetzt deutlich kleinere Gremium der ausgegliederten Fußball-AG bedeckt. Darin wirken unter Vorsitz von Gernandt die Wirtschaftskapitäne Dieter Becken und Felix Goedhart, Ex-Profi Peter Nogly, Klitschko-Manager Bernd Bönte sowie HSV-Präsident Jens Meier.

Kolportiert wird, dass die Ratsmitglieder ihren Vorsitzenden mittlerweile argwöhnisch betrachten, weil dieser sein Gremium nicht ausreichend und rechtzeitig über gemeinsam mit Beiersdorfer getroffene Entscheidungen informiere. Pikant: Gernandt ist Verwaltungsrats-Präsident im Logistik-Unternehmen von HSV-Teilhaber und Mäzen Klaus-Michael Kühne.

Zunächst will der in einer tiefen Krise steckende Bundesligist aber an anderer Stelle Vollzug melden. Als aussichtsreichster Kandidat für den vakanten Posten des Sportdirektors wird Christian Hochstätter gehandelt.

Gespräche mit dem 53 Jahre alten Sportvorstand des Zweitligisten VfL Bochum werden derzeit geführt, wie der VfL bestätigte. „Das wollen wir ihm nicht verbieten. Es läuft alles sauber und fair ab”, sagte Bochums Aufsichtsrats-Vorsitzender Hans-Peter Villis der Zeitschrift „RevierSport”.

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