Elfenbeinküste fiebert der WM-Premiere entgegen: „Fußball hilft uns, die Krise zu vergessen“

Elfenbeinküste fiebert der WM-Premiere entgegen
„Fußball hilft uns, die Krise zu vergessen“

Die Elfenbeinküste ist ein gespaltenes Land: Regierungsanhänger auf der einen, Rebellen auf der anderen Seite. Blutige Auseinandersetzungen sind hier an der Tagesordnung. Es gibt nur wenige Dinge in dem afrikanischen Land, bei denen sich die Menschen einig sind. Eine davon ist der Fußball.

HB ABIDJAN. Das Fußballtor hat kein Netz, und die Spieler tragen Plastiksandalen an den Füßen. Acht Mannschaften trainieren gleichzeitig auf dem Sandplatz in Treichville, einem der ärmeren Stadtviertel von Abidjan. Von einer nahe liegenden Müllkippe wabert beißender Gestank herüber, doch die Jugendlichen sind ganz auf ihr Spiel konzentriert. Ungeachtet der schwülen Hitze kämpfen sie verbissen um den Ball, springen zum Kopfball, stürzen in den dreckigen Sand. "Elfenbeinküste ist eine Fußballnation", sagte Amadou, der am Rand des Spielfeldes steht und seine Jungs anfeuert. "Hier fiebern alle der Weltmeisterschaft entgegen."

Die "Elefanten", wie die ivorische Nationalmannschaft genannt wird, haben sich zum ersten Mal für die WM qualifiziert. Immer wenn die "Elefanten" spielen, wie zuletzt beim Afrika-Cup, dann ist die Stadt so gut wie ausgestorben. Mobilfunkanbieter und andere Sponsoren stellen Großleinwände in der Stadt auf, damit möglichst viele das Spiel sehen können. Straßenhändler drängeln sich im Stau vor den Taxifenstern und bieten orange-weiß-grüne Nationalflaggen und Schirmmützen an.

"Fußball ist das einzige, was unser Land noch eint", meint Jean- Claude Djakus, der Sprecher des Ivorischen Fußballverbandes (FIF). "Wir sind zwar ein gespaltenes Land, aber wenn es um die "Elefanten" geht, dann stehen alle hinter derselben Sache, egal ob Regierungsanhänger oder Rebellen", fügt er hinzu. "Fußball hilft uns, die Krise zu vergessen."



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In Djakus' Büro hängt ein riesiges Poster von Didier Drogba, dem Star der Nationalmannschaft. Wer in den Kneipen von Abidjan "ein Drogba, bitte!" bestellt, bekommt ohne Rückfragen eine Literflasche Starkbier auf die Theke gestellt. "Das Bier heißt Drogba, weil es so stark ist. Es ist der Elefant unter den Bieren", erläutert Djakus.

Der 1,90 Meter große Fußballer, der für den englischen Meister Chelsea London spielt, hat seinen Namen außerdem für einen neuen Tanzstil hergegeben, bei dem die Paare sich einen imaginären Fußball zudribbeln. Seiner Popularität war auch nicht abträglich, dass er nach einem starkem Auftritt beim Afrika-Cup im Kairoer Finale gegen Ägypten einen Elfmeter verschoss. Und das ausgerechnet in der entscheidenden Strafstoß-Entscheidung (2:4) nach torlosen 120 Spielminuten.

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