Elfenbeinküste spielt sich in die Herzen der Fans
Argentinien zähmt wilde „Elefanten“

Der zweimalige Weltmeister Argentinien ist mit einem 2:1 (2:0)-Sieg gegen die Auswahl der Elfenbeinküste in die WM gestartet und hat damit seine hohen Turnierambitionen unterstrichen. Die Afrikaner mussten dagegen bei ihrer teilweise mitreißenden WM-Premiere bitteres Lehrgeld zahlen.

HAMBURG. Die WM-Debütanten um ihren Stürmerstar Didier Drogba konnten es nach dem Schlusspfiff nicht fassen. 90 Minuten lang hatten sie vor 50 000 begeisterten Zuschauern im ausverkauften Hamburger WM-Stadion nicht nur gekämpft und gerackert. Nein, sie hatten eigentlich das Spiel bestimmt, hatten von Beginn konsequent forsch und zum Teil mitreißend nach vorne gespielt, wie es ihrem Naturell entspricht. Mit starkem Zweikampfverhalten, tollen Dribblings und gutem Passspiel hatten sie geglänzt, wirkten spritziger. Kurz: Sie waren optisch das dominierende Team. Doch die Tore machten nicht die wilden "Elefanten", sondern die "Gauchos". Nach einem 0:2-Halbzeitrückstand waren sie am Ende zwar wieder rangekommen und dem Ausgleich ganz nahe. Doch der Lohn blieb ihnen, die sich schon mit diesem ersten Auftritt in die Herzen der Fußballfans gespielt haben, verwehrt. Manchmal kann Fußball verdammt ungerecht sein.

Auf den ersten Blick zumindest. Denn die nach dem frühen Vorrunden-Aus 2002 unter Erfolgsdruck stehenden Argentinier spielten genau das, was ihnen ihr Trainer José Pekerman seit seinem Amtsantritt in den vergangen zwei Jahren gepredigt hat: "Denken statt dominieren." Seine Mannschaft versteht es mittlerweile exzellent, vom einen auf den anderen Moment ihren Spielrhythmus zu ändern: Gerade noch behäbig und quer geht es im nächsten Moment schnell und steil. Ergebnis ist oft eine "gefühlte Überlegenheit des Gegners".

Dass dies über weite Strecken auch gegen den Vize-Afrikameister so war, ließ sich bereits zur Halbzeit an der Spielstatistik ablesen, als der neutrale Beobachter eigentlich geneigt war, die Ivorer angesichts ihres durchaus beeindruckenden Auftretens gepaart mit dem Rückstand von 0:2 zu bedauern: 50 Prozent Ballbesitz für beide Seiten bei gleicher Anzahl an Torschüssen. Allein: Der zweifache Weltmeister hatte zwei Mal getroffen, während Drogba, Kalou, Keita und Toure einfach zu großzügig mit ihren durchaus zahlreich vorhandenen Chancen umgegangen waren.

Bestes Beispiel: Argentiniens Torjäger Hernando Crespo war bis zu seiner Auswechselung nach rund einer Stunde kaum zu sehen. Doch als es drauf ankam, war er da: Nach einer Ecke bekam er das Leder nach einer misslungenen Kopfballabwehr pikanterweise ausgerechnet von seinem Sturmkonkurrenten bei Chelsea, Didier Drogba , aufgelegt und traf zum 1:0 (24.).

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