Elite-Sponsor droht HSV
„Zweite Liga ist eher nichts für uns“

Real Madrid, FC Arsenal, AC Mailand und Paris – die arabische Fluggesellschaft Emirates füttert die Fußballelite in Europa. In der Bundesliga dagegen ist der vom Abstieg bedrohte HSV der Partner. Wie lange noch?
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Thierry Antinori, Vizechef von Emirates, ist unter anderem für Sport- und Kultursponsoring verantwortlich. Die staatliche Airline mit Sitz in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten ist offizieller Partner des Weltfußballverbands Fifa. Außerdem unterstützt sie namhafte Fußballklubs in Europa. Zum Sponsoring-Portfolio gehören internationale Größen wie Real Madrid, Arsenal London, AC Mailand und Paris Saint-Germain. Seit 2006 wirbt die Fluggesellschaft auf den Trikots des Hamburger SV und ist damit der längste Trikotsponsor in der über 125-jährigen Vereinsgeschichte.

Herr Antinori, wieso setzt Emirates besonders auf Sport-Sponsorings?
In unserem Geschäft können Sie viele Sachen kopieren. Aber was Sie nicht kopieren können, sind Marken und Menschen. Die Bekanntheit einer Marke ist für Kunden ein wichtiger Entscheidungsfaktor. Und wir wollen unsere Marke weiter ausbauen. Dafür gibt es nichts Besseres als Sport. Sport verbindet die Menschen in der ganzen Welt, verbindet die Sportler mit denen, die Sport mögen. Deshalb investieren wir bewusst in Sport und besonders in Fußball.

Wie weit sind die Verhandlungen mit der Fifa, den Ende des Jahres auslaufenden Partnervertrag zu verlängern?
Wir sind noch in Diskussionen mit der Fifa, und wir haben auch noch ein bisschen Zeit, bevor wir uns entscheiden müssen. Aber wir sind sehr zufrieden mit dieser Partnerschaft, besonders in Hinblick auf die Weltmeisterschaft in diesem Jahr. Wir haben da eine sehr gute Präsenz gehabt.

Und das, obwohl die Fifa gerade ein eher negatives Image hat, zum Beispiel wegen der Korruption im Verband?
Ich bin Airliner, nicht Fußballfunktionär. Wir wünschen uns grundsätzlich einen fairen Fußballsport, auf dem Rasen sowie außerhalb der Stadien - und Spiele, die Fans gerne sehen. Die Partnerschaft mit der FIFA bringt uns weltweite Sichtbarkeit.

Sind Sie mit dem Sponsoring des Hamburger SV zufrieden oder wünschen Sie sich in Deutschland eine stärkere Präsenz durch einen erfolgreicheren Verein?
Der HSV ist ein bedeutender Teil der Bundesliga-Geschichte. Der Verein und die Stadt sind wichtige Partner für uns. Der HSV steht für Tradition, Kevin Keegan, Franz Beckenbauer, Manfred Kaltz, Horst Hrubesch. Er ist in der Bundesliga eine wichtige Marke, wie Bayern oder Schalke, und deswegen auch für uns eine gute Investition. Im Moment wünschen sich wohl alle, wenn sie nicht gerade St. Pauli-Fans sind, dass der Verein mehr Erfolg hat. Wir hoffen, dass der Verein bald wieder an seine Erfolge anknüpfen kann. Wir haben einen Vertrag mit dem HSV bis Juni 2015. Wir sind generell ein loyaler Partner und werden frühzeitig die Diskussionen um eine Fortsetzung der Partnerschaft führen. Aber die sportliche Leistung muss auch stimmen. Zweite Liga ist eher nichts für uns, denn auch als Airline fliegen wir in der ersten Liga.

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