EM für DFB-Kapitän in Gefahr
Erneut schwere Verletzung bei Schweinsteiger

DFB-Spielführer Bastian Schweinsteiger droht erneut eine lange Verletzungspause. Im Training bei der Nationalmannschaft hat er sich das Innenband im rechten Knie „mindestens angerissen“, so Jogi Löw.

BerlinImmer wieder Schweinsteiger. Gerade erst hatte der in die Jahre gekommene Kapitän und Anführer der deutschen Weltmeister nach einer Knieverletzung seine ersten Comeback-Minuten in England bei Manchester United absolviert. Und jetzt wollte der 31-Jährige im Länderspiel gegen die Engländer in Berlin beweisen, dass er immer noch für die Chefrolle in der Nationalmannschaft bei der EM-Mission in Frankreich taugt. Doch im Geheimtraining am Dienstagabend zog sich der Mittelfeldspieler die nächste Blessur zu - und das wieder am rechten Knie. Erneut scheint das Innenband betroffen.

„Für die beiden Spiele gegen England und Italien fällt er natürlich aus“, sagte Bundestrainer Joachim Löw in Berlin noch vor der endgültigen Diagnose. Schweinsteiger war am Mittwoch mit Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt aus der Hauptstadt nach München geeilt, um das Gelenk in der Praxis des Mannschaftsarztes genau untersuchen zu lassen. Eine Kernspinaufnahme sollte Aufschluss über die Schwere der Blessur geben. „Es sieht nicht sehr positiv aus“, berichtete Löw. Bei einem Pass zum Ende der Übungseinheit am Dienstagabend habe sich Schweinsteiger ohne Fremdeinwirkung verletzt. Das gerade wieder geheilte Innenband sei wohl erneut „mindestens angerissen“.

Eine vorschnelle Prognose über die erneute Ausfalldauer seines Kapitäns mochte Löw nicht stellen. Aber klar scheint: Für die EM beginnt für Schweinsteiger ein erneuter Wettlauf mit der Zeit. Das erste Spiel bestreitet der Weltmeister am 12. Juni in Lille gegen die Ukraine. Das Finale findet am 10. Juli in Paris statt.

Der DFB-Veteran mit 114 Länderspielen war in der Vergangenheit ein Spezialist dafür, sich nach Verletzungen auf den Punkt fit zu machen. Vor der triumphalen Weltmeisterschaft in Brasilien plagte er sich monatelang mit einer Patellasehnenverletzung am linken Knie herum.

Im Trainingslager in Südtirol konnte Schweinsteiger kaum trainieren, nur langsam kam er in Brasilien in Schwung. Löw ernannte ihn zur „Spezialkraft“. Erst in den K.o.-Spielen nach der Vorrunde konnte er sich in die Startelf zurückkämpfen. Und im Finale schlug schließlich seine größte Stunde. Beim 1:0 nach Verlängerung gegen Argentinien wurde er blutverschmiert zur Symbolfigur der kampfstarken Deutschen. Es war die Krönung seiner bewegten Karriere.

Der Wechsel im vergangenen Sommer vom FC Bayern zu Manchester United, zu Ex-Trainer Louis van Gaal, sollte ihm den Weg zur EM ebnen, zu seinem wohl letzten großen internationalen Turnier. Löw hatte ihn nach dem Rücktritt von Philipp Lahm zunächst nur bis 2016 zum Kapitän auf Zeit ernannt. Kleinere Verletzungen wie Adduktorenbeschwerden warfen ihn in der körperbetonten Premier League immer wieder zurück. In 31 Einsätzen für ManUnited in allen Wettbewerben erzielte er ein Tor. Jetzt heißt es wieder Reha - und Zittern um die EM-Teilnahme.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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