EM-Gastgeber 2012
Ukraine und Polen kehren ins Fußball-Europa zurück

Eine erfolgreiche Kandidatur um die Ausrichtung der EM-Endrunde 2012 würde in der Ukraine und Polen als Signal für die Integration des osteuropäischen Fußballs verstanden werden.

HB KIEW/WARSCHAU. „Die Uefa will doch ausdrücklich den Fußball im Osten entwickeln. Da ist unsere Doppel-Bewerbung mit Polen die beste Wahl“, meint ein Fußball-Funktionär aus Kiew. Allerdings ist die Ukraine durch den neu entbrannten Machtkampf politisch tief gespalten, was Partner Polen mit Besorgnis beobachtet.

„Die politische Situation in der Ukraine ist sicher kein Plus“, sagt Polens Fußball-Legende Zbigniew Boniek. Die EM wird allerdings erst in fünf Jahren ausgerichtet. Bis dahin seien die Hauptfiguren im aktuellen ukrainischen Machtpoker womöglich längst Geschichte.

Die Heimat der Fußball-Idole Oleg Blochin und Andrej Schewtschenko will nach dem Erreichen des Viertelfinales bei der WM 2006 in Deutschland mit der Euro 2012 ihren Ruf als führende osteuropäische Fußball-Nation festigen. Gewalt in den Stadien ist in der Ukraine so gut wie nicht bekannt. Dagegen stellen im Nachbarland die Hooligans ein großes Problem dar. Zudem wirft seit einem Jahr ein Korruptions- Skandal im polnischen Profifußball einen Schatten auf die Bewerbung.

Da nun der Zuschlag an Polen und die Ukraine gegangen ist, tritt eine Staatsgarantie der ukrainischen Regierung für die Finanzierung der Baumaßnahmen in Kraft. 2008 soll in Donezk eines der modernsten Stadien Europas in Betrieb genommen werden. Die Arenen in Kiew, Dnepropetrowsk sowie in Lwiw werden von Grund auf renoviert. 4700 Kilometer Straßen „europäischen Standards“ sollen ebenso gebaut werden wie 200 Hotels. Für die Modernisierung der ukrainischen Flughäfen sind 70 Mill. Euro eingeplant.

Der Trumpf der beiden Länder ist die große Unterstützung der Bevölkerung für die EM. „Wir schaffen einen enormen Marketingmarkt mit mehr als 80 Mill. Einwohnern“, betont Michal Nykowski. Der Generaldirektor des EM-Bewerberkomitees in Polen verweist damit zudem auf das ökonomische Potenzial.

Danzigs Bürgermeister Piotr Adamowicz setzt auf den Bau einer „Baltic Arena“ (40 000 Zuschauer). Dafür sollen 80 Mill. Euro bereitgestellt werden. Auch in den anderen polnischen Austragungsorten Warschau, Posen, Breslau und Chorzow sind Stadion-Neubauten oder umfassende Neu-Gestaltungen geplant.

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