EM-Qualifikation
Kein Ruhmesblatt für die Favoriten

Der Weltmeister erneut sieglos, Vize Frankreich und Rekord-Champion Brasilien nicht überzeugend, Spanien gar blamabel - der letzte Länderspiel-Tag des Jahres 2006 war nicht nur für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft alles andere als ein Ruhmesblatt.

HB HAMBURG. Italien blieb beim 1:1 gegen die Türkei schon zum vierten Mal im sechsten Spiel seit dem WM-Gewinn ohne Erfolgserlebnis, die Franzosen konnten sich beim Torschützen Thierry Henry für das mühsame 1:0 gegen Europameister Griechenland bedanken, Brasilien begnügte sich mit einem 2:1 in der Schweiz. In Spanien ist Trainer Luis Aragones nach dem enttäuschenden 0:1 gegen Rumänien wieder unter Beschuss geraten.

Ein Streik der Journalisten deckte den Mantel des Schweigens über ein Spiel der kuriosen Tore, mit dem die Italiener in Bergamo ihre Serie unbefriedigender Resultate fortsetzten. Begünstigt durch einen Aussetzer des türkischen Ersatztorhüters Demirel, der schon früh für Rüstü zwischen die Pfosten gegangen war, brachte Antonio Di Natale den Weltmeister nach knapp einer halben Stunde in Führung. Der Schlussmann traf bei einem Abschlag Italiens Angreifer Alberto Gilardino, von dem der Ball dem verdutzten Torschützen vor die Füße sprang. Für den Ausgleich sorgten die „Azzurri“ in Gestalt von Marco Materazzi selbst, doch die Kritik blieb ihnen am Tag danach erspart.

Mit einem spektakulären Flugkopfball bescherte Henry der „Equipe tricolore“ einen gelungenen Jahresausklang gegen Otto Rehhagels Griechen. Der Stürmer des FC Arsenal verwertete im ersten Vergleich beider Länder seit dem EM-Viertelfinale 2004 eine Flanke von Bayern-Abwehrspieler Willy Sagnol und schraubte seine Erfolgsquote im Nationaltrikot auf 39 Tore. Damit fehlen Henry nur noch zwei Treffer, um den französischen Rekord von Michael Platini einzustellen.

Luisao und Kaka trafen für den fünffachen Weltmeister Brasilien zum Pflichtsieg in Basel. Der Dortmunder Tinga wurde gemeinsam mit seinem Freund Ronaldinho, der trotz seiner beiden Tore am Wochenende für den FC Barcelona nicht in der Startelf von Carlos Dunga stand, nach einer Stunde eingewechselt und konnte nicht überzeugen. „Gegen ein solch großes Team ist diese Niederlage keine Tragödie“, sagte der Schweizer Coach Köbi Kuhn.

Dagegen nahmen die spanischen Fans in Cadiz ihrer Mannschaft die Pleite gegen Rumänien übel und liefen am Ende ins Lager des Gegners über. „Die Nationalelf hat Totalschaden erlitten“, schrieb „As“ nach dem 0:1. „Das Team ist genauso orientierungslos wie Trainer Aragones selbst“, feuerte „El Pais“ eine Breitseite auf den umstrittenen Coach ab, der sein Team völlig umgekrempelt hatte. Doch die im Vorfeld als „Revolution“ bezeichneten Änderungen erwiesen sich als Flop.

Der Hamburger SV wäre vermutlich froh, wenn Rafael van der Vaart auch in der Bundesliga so treffen würde. Mit seinem Tor drei Minuten vor Schluss zum 1:1 verhinderte Oranjes Mittelfeldstar in der Amsterdam Arena den ersten englischen Sieg auf niederländischem Boden seit 37 Jahren. Wayne Rooney hatte das Team von der Insel mit seinem ersten Länderspiel-Treffer seit 368 Tagen in Führung gebracht. Bei den Niederländern verhalf Bondscoach Marco van Basten Clarence Seedorf nach mehr als zwei Jahren zu einem Comeback im Nationalteam.

Einen gelungenen Einstand als Trainer der Elfenbeinküste feierte Uli Stielike. Im ersten Spiel unter der Regie des früheren deutschen Nationalspielers gewann der afrikanische WM-Teilnehmer in Le Mans durch Didier Drogbas Tor mit 1:0 gegen Schweden.

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