Endspiel um WM-Ticket
Khartum im Ausnahmezustand

Das Stadion wird zum Hochsicherheitstrakt, Khartum kocht. Vor dem Entscheidungsspiel zwischen Ägypten und Algerien um das letzte Ticket Afrikas für die WM rüstet sich die Hauptstadt des Sudans für die allerschlimmsten Szenarien. "Das ist kein Fußball, das ist Krieg", sagte der algerische Nationalspieler Karim Matmour vor dem hochbrisanten Duell mit Ägypten am heutigen Mittwoch (18.30 Uhr MEZ).

Nach der Eskalation rund um das 2:0 der Ägypter am Samstag sollen rund 15 000 Polizisten das explosive Duell der Erzrivalen sichern. "Wir sind für jeden Notfall vorbereitet", sagte Gouverneur Abdelrahman al-Khidr. Khartum erwartet 48 Flugzeuge mit algerischen Fans und 18 Flieger aus Ägypten, Tausende Anhänger werden zudem mit Bussen anreisen. "Wir werden es schaffen. Da bin ich sicher", sagte Matmour, Stürmer des Bundesligisten Borussia Mönchengladbach.

Stimmung auf dem Siedepunkt

Die Brisanz wird dadurch verstärkt, dass eine starke ägyptische Gastarbeiter-Kolonie ihre Mannschaft unterstützt, während sich die Gastgeber auf die Seite der Algerier schlagen, die auch noch von 20 000 Fans aus der Heimat unterstützt werden. Am Dienstag fuhren Hunderte PKW hupend durch die Straßen Khartums, die Fahrer schwenkten Fahnen, die Stimmung war auf dem Siedepunkt.

"Es wird ein Heimspiel für uns", sagt Matmour: "In den vergangenen Tagen habe ich wichtige Erfahrungen für 20 Lebensjahre gemacht." Im Vorfeld des letzten Gruppenspiels, in dem Ägypten nach einem Tor in der 95. Minute das Entscheidungsspiel erzwang, war die Rivalität eskaliert. Die Scheiben des algerischen Mannschaftsbusses wurden mit Steinen eingeworfen, in Algerien überfielen Jugendliche als Racheakt von Ägyptern bewohnte Häuser.

Der algerische Verbandspräsident Mohamed Raouraoua machte am Montag seinen ägyptischen Kollegen für die Eskalation der Gewalt verantwortlich. "Er ist die Wurzel all dieser Zwischenfälle inklusive der barbarischen Aggressionen, die unsere Spieler verletzt und geschockt haben", sagte er vor Reportern über den Ägypter Samir Zaher.

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