Engländer greifen zu allen Mitteln
Mit Zauberformel gegen den Elfmeter-Fluch

Bei dieser Weltmeisterschaft gibt es eigentlich nur einen Gegner, vor dem sich die englische Fußball-Nationalmannschaft fürchtet. Der Gedanke ans Elfmeterschießen treibt Beckham, Rooney und Co. Schweißperlen auf die Stirn und sorgt für schlaflose Nächte im englischen WM-Quartier. Jetzt sollen Wissenschaftler Englands Fußballer vom Elfmeter-Trauma befreien.

HB BÜHLERTAL. Experten der John-Moore-Universität in Liverpool wollen eine Zauberformel entdeckt haben, die den "Three Lions" auf dem Weg zum zweiten WM-Titel nach 1966 ein erfolgreiches Elfmeterschießen garantiert. Trainer Sven-Göran Eriksson hat dem Vernehmen nach das angeblich perfekte System bereits studiert, doch der Schwede gibt weiterhin konventionellen Methoden den Vorzug vor ungeprüften Rechenspielereien.

Vor dem WM-Achtelfinale gegen Ecuador am Sonntag in Stuttgart gehört das Elfmeterschießen zum festen Bestandteil des Trainingsprogramms in Bühlertal. Eriksson hat seine fünf Schützen bereits im Kopf, "aber das Problem ist, dass man nicht weiß, ob sie nach 90 oder 120 Minuten noch auf dem Platz sind. Deshalb müssen zehn, elf Spieler und sogar mehr Elfmeter üben. Wenn es zum Shoot-out kommt, dann schneiden wir hoffentlich besser ab als in den letzten Turnieren." Nach dem EM-Viertelfinale 1996 hat England bei Titelkämpfen kein Elfmeterschießen mehr gewonnen.

Zwei Jahre später bei der WM in Frankreich konnten weder die magischen Kräfte des TV-Telepathen Uri Geller noch der von den Uni- Wissenschaftlern als perfekt bewertete Strafstoß von Alan Shearer den K.o. gegen Argentinien im Achtelfinale verhindern. Die Mathematiker aus Liverpool haben ihren Berechnungen die Analyse aller englischen Elfmeter bei großen Turnieren seit 1962 zu Grunde gelegt und dabei Werte wie Schussgeschwindigkeit, Anzahl der Schritte beim Anlauf oder Fußhaltung beim Schuss berücksichtigt.

"Bis heute wurde das Elfmeterschießen immer als Lotterie beschrieben", berichtete David Lewis, Erfinder der Elfmeter-Formel, "und bisher hat England zumeist das falsche Los gezogen." Der Mathematiker empfahl "häufiges Üben unter Anleitung dieser Formel", die allerdings nicht jedem zugänglich sein dürfte. (((X+Y+S)/2)x((T+I+2B)/4))))V(2/2)-1 lautet das wundersame Zahlenwerk aus der Stadt der Beatles. "Für mich gibt es nur ein Erfolgsrezept: Üben, üben, üben", widersprach Liverpools Stürmer Peter Crouch.

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die ideale Schussgeschwindigkeit 25 bis 29 Meter pro Sekunde betrage. Die ideale Anzahl der Anlaufschritte liege zwischen vier und sechs - ein langer Anlauf von zehn Schritten sei nicht Erfolg versprechend. Den Schützen wird auch geraten, vor der Ausführung nicht länger als drei Sekunden zu warten. Die Studie wurde übrigens vom britischen Buchmacher "Ladbrokes" auf den Wettzettel genommen. Die Quote auf eine WM- Niederlage Englands im Elfmeterschießen steht bei 3:1.

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