Entlassung in München Bayern-Trainer Ancelotti muss gehen

Nach der deftigen Niederlage am Vorabend in Paris standen die Zeichen bereits auf Abschied. Nun ist es Gewissheit: Der FC Bayern München und Carlo Ancelotti gehen künftig getrennte Wege.
Update: 28.09.2017 - 16:25 Uhr Kommentieren
Carlo Ancelotti verlässt den FC Bayern München Quelle: dpa
Carlo Ancelotti

Das Champions-League-Spiel gegen Paris war wohl das letzte für den Italiener in der Rolle als Bayern-Trainer.

(Foto: dpa)

MünchenDer FC Bayern München hat sich von Trainer Carlo Ancelotti getrennt. Das teilte der deutsche Fußball-Meister am Donnerstag einen Tag nach der 0:3-Niederlage in der Champions League bei Paris St. Germain mit. „Die Leistungen unserer Mannschaft seit Saisonbeginn entsprachen nicht den Erwartungen, die wir an sie stellen. Das Spiel in Paris hat deutlich gezeigt, dass wir Konsequenzen ziehen mussten“, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Vorerst wird der bisherige Co-Trainer Willy Sagnol das Team übernehmen. Der 40-Jährige wird auch am Sonntag in der Bundesliga bei Hertha BSC als Interimscoach auf der Bank sitzen.

Neben Cheftrainer Carlo Ancelotti wurde auch das italienische Betreuerteam mit Davide Ancelotti, Giovanni Mauri, Francesco Mauri und Mino Fulco freigestellt.

Neymar-Express überrollt den FC Bayern
Keine Chance
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Ein völlig überforderter FC Bayern hat mit einer schweren Niederlage gegen den von Topstar Neymar angeführten Titelanwärter Paris Saint-Germain das Debakel der Bundesliga-Clubs in der Champions League komplettiert.

PSG-Torschützen
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Edinson Cavani (r) gratuliert Neymar zu dessen Treffer zum 3:0. Dani Alves (2. Minute), Edinson Cavani (31.) und Neymar (63.) erzielten die Tore für die Hochgeschwindigkeitsfußballer von PSG, die von der brüchigen Münchner Defensive nicht aufzuhalten waren.

Cavani trifft
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Edinson Cavani erzielt das 2:0 für PSG - Bayern-Keeper Ulreich ist machtlos. Die höchste Niederlage in einem Vorrundenspiel der Königsklasse war eine Demütigung für die Münchner - und besonders auch für Carlo Ancelotti. Der Trainer hatte eine verblüffende Aufstellung gewählt, die floppte. „Wir hatten nur gestandene Spieler auf dem Platz, mit teilweise mehr als 50 Spielen in der Champions League. Wir dürfen nicht so früh das Gegentor bekommen. Das war fatal”, sagte Neuzugang Niklas Süle.

Neymar und Müller
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Bayern-Kapitän Thomas Müller (r) versucht Neymar vom Ball zu trennen. Er spielte überraschend in der Innenverteidigung neben Javi Martinez, das Weltmeister-Duo Mats Hummels und Jérôme Boateng guckte nur zu. „Riskant nicht, ich habe so aufgestellt, dass wir die Kontrolle haben über das Spiel. Das war schon durchdacht, das war nicht das Problem”, sagte Ancelotti, der vorne anstatt mit Arjen Robben und Franck Ribéry Thomas Müller und James Rodriguez spielen ließ. „Wir sind eine Mannschaft, der Trainer trifft die Entscheidung”, sagte Müller.

Enttäuschte Bayern
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Zur zweiten Halbzeit brachte Ancelotti Sebastian Rudy und Kingsley Coman für die wirkungslosen James und Corentin Tolisso. Damit wechselte er die vermeintlichen Topzugänge aus. Bei den Bayern ragte nur Martinez heraus, der vorne Chancen hatte und hinten ausbügelte, was er konnte. Ausfälle waren hingegen Thiago und Arturo Vidal. Die Demütigung war das 0:3, als Mbappé sich durch die Bayern-Abwehr spielte und Neymar abstaubte.

Neymar
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222-Millionen-Mann Neymar sorgte gleich zu Beginn für einen Paukenschlag, zog an Thiago vorbei in den Strafraum und spielte quer auf den völlig freistehenden Alves. Der vollendete nach rund 90 Sekunden gegen Bayern-Keeper Sven Ulreich. „Das darf nicht passieren. Wir müssen uns auf jeden Fall etwas einfallen lassen”, sagte Joshua Kimmich.

Thiago Silva und Lewandowski
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Nach der höchsten Vorrunden-Niederlage in 21 Jahren Champions League will die Führung nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. „Ich glaube, es war eine ganz bittere Niederlage”, sagte Rummenigge beim Bankett in die eisig wirkende Stimmung um ihn herum.

Der 58 Jahre alte Italiener hatte den Rekordmeister zu Beginn der Saison 2016/2017 als Nachfolger von Pep Guardiola übernommen. In der vergangenen Spielzeit wurde er mit den Bayern deutscher Meister, scheiterte in der Champions League im Viertelfinale an Real Madrid und im DFB-Pokal im Halbfinale an Borussia Dortmund.

In der Bundesliga liegen die Münchner aktuell nach sechs Spieltagen drei Punkte hinter dem Tabellenführer aus Dortmund.

Nach der Beurlaubung von Andries Jonker beim VfL Wolfsburg ist dies die zweite Trainertrennung dieser Bundesliga-Saison.

Bei der höchsten Vorrundenniederlage in 21 Jahren Champions League hatte Ancelotti am Mittwochabend mit seiner Aufstellung für Verwunderung gesorgt. Weltmeister Mats Hummels und der Franzose Franck Ribéry saßen 90 Minuten auf der Bank, Jérome Boateng nur auf der Tribüne. Arjen Robben wurde erst eingewechselt, als die Partie nach Toren von Dani Alves (2.), Edinson Cavani (31.) und Neymar (63.) schon entschieden war. „Ich denke, das, was wir heute Abend gesehen haben, war nicht Bayern München“, hatte Rummenigge bereits nach der Partie beim vereinsinternen Bankett im Teamhotel gesagt und angekündigt, „in Klartextform Konsequenzen“ ziehen zu müssen.

Am Donnerstag bedankte sich Rummenigge für die Zusammenarbeit und äußerte Bedauern über „die Entwicklung, die sie genommen hat“. „Carlo ist mein Freund und wird es bleiben, aber wir mussten hier eine professionelle Entscheidung im Sinne des FC Bayern treffen“, wurde Rummenigge zitiert und betonte: „Ich erwarte jetzt von der Mannschaft eine positive Entwicklung und absoluten Leistungswillen, damit wir unsere Ziele für diese Saison erreichen.“

  • dpa
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