Enttäuschende Brasilianer
Kommentar: Die Arbeit verweigert

Die Leistung der brasilianischen Nationalmannschaft gestern Abend im Spiel gegen Kroatien war eine Frechheit. Eine Zumutung für die Fans, von denen viele weit gereist sind und viel Geld für die Eintrittskarte ausgegeben haben, um brasilianische Fußballkunst live im Berliner Olympiastadion zu sehen.

Die Leistung der brasilianischen Nationalmannschaft gestern Abend im Spiel gegen Kroatien war eine Frechheit. Eine Zumutung für die Fans, von denen viele weit gereist sind und viel Geld für die Eintrittskarte ausgegeben haben, um brasilianische Fußballkunst live im Berliner Olympiastadion zu sehen. Doch statt Fußballkunst zu bieten, verweigerten eine ganze Reihe der brasilianischen Stars nahezu die Arbeit. Keinen Schritt zu viel taten sie, behäbig wie taumelnde Sandsäcke, unmotiviert und lustlos. Die Selecao produzierte eine Reihe von Fehlpässen, doch das berührte sie nicht. Nur wenige Spieler wie Kaka, die Abwehr um Innenverteidiger Lucio und später Robinho zeigten ein passable Leistung. Wobei die tapfer kämpfenden Kroaten die brasilianische Abwehrspieler dazu zwangen, sich zu bewegen.

Den Vogel schoss Ronaldo ab. Er war eindeutig mit dem Ziel aufgelaufen, die Arbeit zu verweigern. Die Brasilianer hätten auch ohne ihn zu zehnt spielen können, einen Unterschied hätte es nicht gemacht. Der Fleck Rasen auf dem der Stürmer mehr 68 Minuten lang stand und Däumchen drehte, hätte auch mal ein bisschen Abendsonne gesehen, und ein Torschuss in der Statistik gefehlt. Ronaldos Leistung verdient nur eine Quittung: Trainer Carlos Alberto Parreira muss ihn nach Hause schicken.



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Nach diesem unsäglichen Spiel Ronaldos und seiner Brasilianer liegt die Vermutung nahe, dass in der Mann-schaft irgendein Konflikt schwelt. Denn das war schlechter, viel schlechter als der Ergebnisfußball, mit dem die Selecao 1994 die Weltmeisterschaft gewann. Diese Erklärung alleine, zieht nicht.

Schade ist nur, dass die Brasilianer wohl auch dieses Mal nicht die Quittung für ihren peinlichen Auftritt bekommen. Gegen Australien und Japan werden sie auf ähnliche Art und Weise gewinnen (können). Und ab dem Achtelfinale werden sie das Tempo erhöhen.

Eines hat uns das Spiel gestern Abend jedoch gezeigt: Wir können stolz auf die deutsche Elf sein. Sie wird uns heute Abend sicherlich wieder mit großem Einsatz und hoffentlich vielen Toren verwöhnen.

Grischa Brower-Rabinowitsch
Grischa Brower-Rabinowitsch
Handelsblatt / Ressortleiter Unternehmen & Märkte
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