Enttäuschter Kuranyi zeigt positive Reaktion: Mit freundlichen Grüßen

Enttäuschter Kuranyi zeigt positive Reaktion
Mit freundlichen Grüßen

Die erhoffte Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Nur wenige Stunden nach seiner Ausbootung durch Bundestrainer Jürgen Klinsmann hat Kevin Kuranyi die passende Antwort auf dem Platz gegeben und den FC Schalke 04 ins Achtelfinale des UEFA-Pokals geführt. Der von Klinsmann überraschend nicht für das erste Länderspiel des Jahres am nächsten Mittwoch in Florenz gegen Italien nominierte Nationalstürmer war der gefeierte Mann beim verdienten 3:0 (0:0)-Sieg bei Espanyol Barcelona.

dpa BARCELONA. „Ich musste eine Antwort geben. Natürlich war ich sehr enttäuscht, aber ich habe nicht lange darüber nachgedacht. Ich glaube an mich und werde kämpfen“, sagte Kuranyi gut gelaunt. Im Olympiastadion von 1992 hatte er zuvor das eminent wichtige 1:0 (53.) erzielt und das 2:0 (70.) von Schalkes neuem Europapokal-Rekordtorschützen Ebbe Sand (10 Treffer) vorbereitet. Lincoln machte per Freistoß (73.) den fünften Sieg im siebten Pflichtspiel von Trainer Mirko Slomka perfekt. Die unter dem neuen Coach noch ungeschlagenen „Knappen“ müssen im Achtelfinale am 9. März bei US Palermo in Italien antreten, eine Woche später folgt das Rückspiel in der Veltins-Arena.

Nicht nur Slomka stellte sich am Donnerstagabend demonstrativ hinter den zuletzt oft gescholtenen Kuranyi, der es in seiner ersten Saison auf Schalke bislang auf acht Bundesliga-Tore und drei Europacup-Treffer brachte. „Wir sind mit ihm sehr zufrieden. Nicht nur weil er heute getroffen hat, sondern weil er sich immer voll für die Mannschaft einsetzt“, lobte Slomka den 23-Jährigen.

Der Bundestrainer dagegen hatte Kuranyi, der in den ersten fünf Länderspielen der Klinsmann-Ära sieben Tore erzielte und seitdem erstmals nicht zum Aufgebot der Nationalelf zählt, zuvor einen Denkzettel verpasst. „Wir wollten ihm ein Zeichen geben, dass wir mehr von ihm erwarten. Er hat sein Leistungspotenzial in den letzten Monaten nicht abgerufen“, sagte Klinsmann. Dass Kuranyi seine Forderung („Kevin, gib' Feuer“) so schnell umsetzte, wird ihn freuen.

Gleichwohl stieß die Ausbootung Kuranyis auch auf Befremden. „Man kann Klinsmanns Entscheidung akzeptieren. Vielleicht will er ihn noch mehr kitzeln. Wenn es funktioniert, und Kevin zeigt diese Reaktion, ist es okay“, sagte Andreas Müller. Allerdings gab Schalkes Manager auch zu bedenken: „Gerade in Phasen, in denen es nicht so läuft, brauchen Stürmer Unterstützung. Bei uns bekommt er volle Unterstützung. Denn Kevin ist ein Spieler, der eher unsicher wird, wenn man anfängt, an ihm zu zweifeln.“

Kuranyi war von Klinsmann schon am Mittwoch, einen Tag vor dem wichtigen Spiel in Barcelona, informiert worden. „Er hat mir auf die Mailbox gesprochen“, bestätigte Kuranyi. Nach einem Telefonat mit dem Bundestrainer nahm Slomka seinen Schützling zur Seite. „Ich habe ihm gesagt, dass er bei uns vollstes Vertrauen genießt. Nach dem Gespräch hatte ich das Gefühl, dass er unbedingt nachlegen und ein gutes Spiel machen will. Das hat er eindrucksvoll getan.“ Ohnehin hegt Slomka keinen Zweifel, dass Kuranyi zum WM-Kader gehören wird: „Ich bin überzeugt, dass er schon beim nächsten Länderspiel dabei ist."

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