Fußball
"Equipe Tricolore" gegen Zypern unter Erfolgsdruck

Am heutigen Abend beginnt in der WM-Qualifikation für vier prominente Nationen das große Zittern. Frankreich, Spanien, Tschechien und die Türkei müssen siegen, um die Chance auf eine WM-Teilnahme zu wahren.

Die französische Nationalmannschaft steht vor dem entscheidenden Gruppenspiel in der WM-Qualifikation gegen Zypern in Paris gehörig unter Druck. Bei einem Patzer droht der "Equipe Tricolore" das Aus. Kapitän Zinedine Zidane sieht jedoch einen Ausweg."Wir sind zu einem Torfestival verpflichtet", so "Zizou" deutlich. Wenn am heutigen Abend (live auf Premiere ab 17.30 Uhr) in Europa die letzten 23 Ausscheidungsspiele für die Endrunde 2006 über die Bühne gehen, zittert aber nicht nur der Weltmeister von 1998 um sein Ticket nach Deutschland. Auch dem früheren Europameister Spanien, dem WM-Dritten Türkei und dem EM-Halbfinalisten Tschechien droht das Ende aller WM-Träume. Die Chancen auf eine WM-Teilnahme von Otto Rehhagel und den griechischen EM-Helden sind dagegen nur noch theoretischer Natur.

Insgesamt 16 Kandidaten streiten in den acht Europa-Gruppen noch um sechs freie Endrunden-Plätze. Die Ukraine, Italien, England, die Niederlande, Portugal, Polen und Kroatien haben neben Gastgeber Deutschland dagegen ihre Teilnahme bereits sicher. Die Sieger sowie die zwei besten Gruppenzweiten sind direkt dabei, die restlichen Zweitplatzierten müssen in die Play-offs (Hin- und Rückspiele im November).

Henry und Trezeguet müssen erneut passen

Und genau davor zittert Frankreich (17 Punkte) in Gruppe 4. Nur bei einem Sieg gegen Zypern ist der Gruppensieg für die Elf des umstrittenen Trainers Raymond Domenech überhaupt noch möglich. Gewinnt allerdings die Schweiz (17) in Irland (16), so müssten die Franzosen für das direkte WM-Ticket noch zusätzlich drei Tore gegenüber den Eidgenossen aufholen. Angesichts von nur zehn erzielten Treffern in neun WM-Qualifikationsspielen sowie des Ausfalls des verletzten Sturmduos Thierry Henry und David Trezeguet ein fast schon aussichtsloses Unterfangen.

"Unsere Chancen auf die direkte WM-Qualifikation stehen 50:50", behauptet Mittelfeldspieler Patrick Vieira von Juventus Turin: "Wir dürfen nicht auf das Spiel der Schweizer schauen. Wenn wir aber aber am Ende in die Play-offs müssen, ist das auch keine Tragödie." Spitzenreiter Israel (18), der bereits alle Spiele absolviert hat, hat indes lediglich bei einer Niederlage Frankreichs noch Chancen auf Platz zwei.

Auf Schützenhilfe ist auch Spanien (17 Punkte) in Gruppe sieben angewiesen. Nur bei einem Patzer von Serbien-Montenegro (19) im brisanten Bruderduell gegen Bosnien-Herzegowina (16) hat der Europameister von 1964, der beim Fußball-Zwerg San Marino gastiert, noch eine Chance auf den Gruppensieg. "Bosnien hat noch die Chance auf die Qualifikation. Das ist unsere Hoffnung", sagt Jose Antonio Reyes.

So könnte möglicherweise auch Bosnien als lachender Dritter die Reise nach Deutschland antreten - ein Traum, für den Kapitän Sergej Barbarez alles geben würde: "Man kann nicht beschreiben, was das für die Leute bedeuten würde." Dabei spricht der HSV-Stürmer auch die blutigen Auseinandersetzungen im Bürgerkrieg in den 90er Jahren an. In Belgrad sollen 5 500 Sicherheitskräfte mögliche Ausschreitungen verhindern.

Türkei und Tschechien kämpfen um Play-off-Einzug

Nur noch um den Einzug in die Play-offs geht es für die Türkei und Tschechien. Dabei ist für beide Teams ein Sieg Pflicht, ansonsten droht die Zuschauerrolle. Die Tschechen (24) können in Gruppe 1 nur mit einem "Dreier" in Finnland noch die spielfreien Rumänen (25) von Platz zwei verdrängen. Auf die Türkei (20) wartet indes in Gruppe zwei das schwere Gastspiel in Albanien, das unter dem deutschen Trainer Hans-Peter Briegel nur eines der vergangenen neun Heimspiele verlor. So rechnen sich die drittplatzierten Dänen (19) mit einem Sieg in Kasachstan realistische Chancen aus. Patzen dagegen beide, wäre auch Griechenland (18) mit einem Sieg über Georgien wieder im Rennen.

Ein echtes Endspiel um den zweiten Platz gibt es in Gruppe drei zwischen der Slowakei und Russland (beide 22). Die Slowaken haben dabei die besseren Karten, genügt ihnen doch bereits ein Remis. Ein Punkt reicht auch Schweden in Gruppe acht im Heimspiel gegen Island, um als einer der zwei besten Gruppenzweiten die Endrunden-Teilnahme zu sichern.

In Gruppe fünf und sechs sind dagegen die Würfel gefallen. Italien hat als Sieger der Gruppe fünf das WM-Ticket sicher, Norwegen muss als Zweiter in die Play-offs. In Gruppe sechs sind sowohl England als auch Polen, die in Manchester im direkten Duell aufeinandertreffen, bereits qualifiziert.

© SID

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